EMAS Novelle 2017 - Die Änderungen im Überblick

EMAS Novelle 2017 - Die Änderungen im Überblick

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Mit der Aktualisierung der EMAS-Verordnung sind die Anforderungen der ISO 14001:2015 weiterhin in EMAS integriert. © GS UGA
© GS UGA – Frank Kermann
Beispiele zu interessierten Parteien und ihren Erfordernissen und Erwartungen. © GS UGA
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Themen des Kontextes der Organisation. © GS UGA

Die EU-Kommission überarbeitet in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten die EMAS-Verordnung. Aktuell wird der Anhang IV der Verordnung überarbeitet.

Seit September 2017 sind folgende Neuerungen in Kraft:


Umweltprüfung - Anhang I

Anhang I ist um solche Themen erweitert, die mit der neuen ISO 14001:2015 eingeführt wurden. Dies  betrifft insbesondere die Bestimmung des Kontextes der Organisation, die Erfassung der interessierten Parteien und ihrer Erfordernisse und Erwartungen, die Ermittlung von Risiken und Chancen sowie die stärkere Berücksichtigung von Umweltaspekten entlang des Lebensweges (indirekte Umweltaspekte). Die Umweltprüfung ist die erstmalige Bestandsaufnahme und Bewertung der Umweltaspekte.

Umweltmanagementsystem - Anhang II

Im Anhang II sind die Anforderungen der ISO 14001 (Spalte A) den darüber hinausgehenden Anforderungen der EMAS-Verordnung (Spalte B) gegenüber gestellt. Die Spalte A hat den Normentext der ISO 14001:2015 (Abschnitt 4 bis 10) übernommen. Weiterhin gibt es unter EMAS die Benennung einer/ eines Managementbeauftragten. Damit bleibt eine wichtige Ansprechperson für das UMS erhalten, die unter der ISO 14001:2015 entfällt. Über die Anforderungen der ISO 14001 hinaus bestehen bei EMAS weiterhin die Erfordernisse Rechtskonformität, Umweltleistungsverbesserung und Umweltberichterstattung.

Umweltbetriebsprüfung - Anhang III

Die Umweltbetriebsprüfung ist die systematische, dokumentierte, regelmäßige und objektive Bewertung der Umweltleistung einer Organisation, des Managementsystems und der Verfahren zum Schutz der Umwelt. Im Anhang III sind u.a. die freiwillig eingegangenen Verpflichtungen ergänzt. Außerdem sind die Überprüfung der Rechtskonformität und die Berichterstattung interner Auditergebnisse an die Leitungsebene der Organisation stärker betont.

 

Welche Fristen sind zu beachten?

Die novellierten Anhänge I-III wurden mit der Verordnung (EU) 2017/1505 am 29. August 2017 im Amtsblatt veröffentlicht und sind 20 Tage später in Kraft getreten. Anhang IV und das Nutzerhandbuch werden voraussichtlich Anfang 2018 veröffentlicht.

Die Übergangsfristen zur Anpassung des Umweltmanagementsystems an die neue EMAS-Verordnung orientieren sich an denen der ISO 14001:2015, wonach bis zum 14.09.2018 umzustellen ist. Falls eine (Re-)Validierung vor dem 14. März 2018 geplant ist, kann der Termin in Abstimmung mit dem/der Umweltgutachter/in und der zuständigen Stelle um 6 Monate verlängert werden.

Weitere Informationen zu den Übergangsregelungen und -fristen:

 

 

 

 

 

Der Umweltgutachterausschuss hat in Kooperation mit dem Umweltbundesamt eine Broschüre erstellt, welche die wesentlichen Änderungen veranschaulicht und Hilfestellungen für EMAS-Organisationen bietet.

 

Zusätzliche Umsetzungshilfen hat die Arqum GmbH erstellt. Mit einer Excel-Checkliste bekommen Anwenderinnen und Anwender einen Überblick, welche Änderungen sie in ihrem Umweltmanagementsystem bereits umgesetzt haben. Zusätzlich sind in der Checkliste Links zu Umsetzungsbeispielen bezüglich der wesentlichen Änderungen hinterlegt.

 

 


Seit der Einführung 1993 ist die EMAS-Verordnung zweimal novelliert worden. 2001 erfolgte die Integration der Managementsystemanforderungen der EN ISO 14001, die Öffnung für alle Branchen einschließlich Behörden und Vereinen sowie die Einführung eines neuen einheitlichen EMAS-Logos. Mit der zweiten Novellierung 2009 wurde EMAS auch für Standorte außerhalb der EU ermöglicht. Darüber hinaus wurden die Belange kleiner und mittlerer Unternehmen berücksichtigt sowie verbindliche Kernindikatoren eingeführt, mit denen die Leistungen in sechs betrieblichen Umweltaspekten dargestellt werden.



Ausführungen des Bundesumweltministeriums und Umweltbundeamtes zu den Änderungen:

Weiterführende Informationen

13.12.2017

EMAS-Nutzerhandbuch: Begutachtung branchenspezifisch vereinfacht

Ergänzend zur Novelle der EMAS-Verordnung hat die EU-Kommission eine Anpassung des Nutzerhandbuches vorgenommen. Mit der Veröffentlichung am 12. Dezember im Amtsblatt der Europäischen Union ist für Organisationen mit vielen vergleichbaren Standorten nun ein vereinfachtes Begutachtungsverfahren ermöglicht worden. Das sogenannte Multisite-Verfahren erlaubt die stichprobenartige Begutachtung in bestimmten Branchen. weiter»

20.10.2017

Neu: Arbeitshilfe zur Umsetzung der EMAS Novelle 2017

Am 18. September 2017 trat die Änderungsverordnung (EU) 2017/1505 in Kraft. Es wurden die Anhänge I bis III der EMAS-Verordnung (EG) 1221/2009 angepasst, um die Kompatibilität von EMAS zur Umweltmanage-mentsystemnorm ISO 14001:2015 beizubehalten und die Anwenderfreundlichkeit von EMAS zu verbessern. Eine Broschüre, die in Kooperation zwischen dem Umweltgutachterausschuss und dem Umweltbundesamt erstellt wurde, veranschaulicht die wesentlichen Änderungen und bietet Hilfestellungen für EMAS-Organisationen. weiter»

29.09.2017

Geänderte Anhänge der EMAS-Verordnung im Überblick

In Abstimmung mit den europäischen Mitgliedstaaten hat die EU-Kommission die EMAS-Verordnung überarbeitet. Es wurden die Anhänge I bis III der Verordnung geändert, um die Kompatibilität von EMAS zu dem Umweltmanagementsystem nach der neuen ISO 14001:2015 weiterhin zu wahren und die Anwenderfreundlichkeit von EMAS zu verbessern. Die Verordnung (EU) 2017/1505 zu den Änderungen von EMAS trat am 18.09.2017 in Kraft. weiter»