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EMAS macht Schule

11.07.2018 

© GS UGA – Frank Kermann
© GS UGA – Frank Kermann

Bundesweit unterhalten 16 Schulen mit 31 Standorten ein Umweltmanagement nach dem EMAS-System - alle aus Baden-Württemberg, denn das Land fördert Umweltmanagement. Das Mädchen-Gymnasium St. Dominikus in Karlsruhe erhielt 2004 erstmals die EMAS-Registrierung und gewann bereits viele Umweltpreise. In einem Interview erklärt Siegfried Oesterle, Mitarbeiter des Gymnasiums, wie EMAS die Schule in ihrem Umweltengagement unterstützt.


Wie sind Sie 2004 zu EMAS gekommen?

Wir haben uns für das Programm „Schule auf Umweltkurs“ beworben, das im Jahr 2001 in Baden-Württemberg von den Umwelt- und Kultusministerien gemeinsam angeboten wurde. In mehreren Workshops und auch mit finanzieller Unterstützung aus diesem Programm haben wir es dann bis 2004 geschafft, ein Umweltmanagementsystem an der Schule zu etablieren, die Umwelterklärung zu erstellen und die Validierung durch den Gutachter erfolgreich zu bestehen, um in das EMAS-Register eingetragen zu werden.


Welchen Mehrwert bietet EMAS für ihre Schule?
Das Öko-Audit nach EMAS ist die Grundlage für alle unsere Umweltaktivitäten. Unsere Schülerinnen arbeiten in der 9. Klasse und in einem Seminarkurs der Kursstufe aktiv mit. Unsere Umweltaktivitäten und Erfolge in Wettbewerben machen uns als Umweltschule regional und auch darüber hinaus bekannt. Energie- und Materialeinsparungen bewirken auch Einsparung von Kosten. Mit EMAS sind wir auch in Sicherheitsfragen immer auf dem aktuellsten Stand.


Wie finanzieren Sie EMAS als Schule? Werden Sie dabei extern unterstützt?
Das Umweltministerium bezahlt vor Revalidierungen jeweils einen Beratertag und übernimmt die Hälfte der Gutachterkosten.


Was sind die wichtigsten Maßnahmen, die Sie zum Klimaschutz an Ihrer Schule ergriffen haben?
Einführung von zwei Energiemanagerinnen in jeder Klasse, die sich um die Regulierung der Heizkörperthermostate, um Stoßlüftung und die Beleuchtung kümmern. Dadurch haben wir anfangs unseren Heizenergieverbrauch von über 900 MWh auf ca. 600 MWh gesenkt.
Austausch aller Fenster in den letzten Jahren, Einbau von Windfangtüren an Haupteingängen, Photovoltaikanlage mit 46 kWp auf dem Schuldach. Nicht zu vergessen, die Behandlung von Umwelt-, Energie- und Klimathemen im Unterricht als Investition in die Zukunft.


Auf welche Schwierigkeiten sind Sie bei der Umsetzung des Umweltmanagementsystems gestoßen?
Am Anfang war alles etwas unübersichtlich und nicht auf unsere spezielle Situation als Schule abgestimmt. Auch auf die notwendige Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten waren wir damals nicht vorbereitet und wir befürchteten, dass wir uns mit der Sache übernommen haben. Im Laufe der Zeit haben wir das Umweltmanagementsystem unseren Gegebenheiten angepasst und nun ist es auch im Schulalltag umsetzbar.


Welche Rolle nehmen Ihre Lehrinnen, Schülerinnen und Eltern in der praktischen Umsetzung ein?

LehrerInnen und Lehrer sehen das Umweltengagement der Schule positiv, sie engagieren sich im Rahmen ihres Unterrichts sehr für das Thema. Bei besonderen Aktionen wie der Energierallye in Klasse 6, dem Umwelttag in Klasse 9, Einführung von Maßnahmen zum Naturschutz, Teilnahme an Umweltwettbewerben und auch zu den Revalidierungen erfahren wir immer wieder aktive Mithilfe.
Die Schülerinnen können in ihrer Klasse die Aufgaben der Energiemanagerinnen wahrnehmen, sie können in der AG Energie & Umwelt mitarbeiten. Am alljährlichen Umwelttag beschäftigen sich die Schülerinnen der 9. Klassen mit EMAS. In der Kursstufe findet jeweils ein Seminarkurs statt.
Immer wieder stehen uns Eltern mit guten und nützlichen Ratschlägen zur Verfügung.

 

 

Übersicht über Schulen mit EMAS-Registrierung

 

 

Name

Ort

Albert-Schweitzer-Schule

Heidelberg

Bruderhaus Diakonie Jugendhilfeverbund, Ludwig-Haap-Schule

Loßburg

Evangelisches Heidehof- Gymnasium

Stuttgart

Grimmelshausenschule Renchen

Renchen

Gymnasium St. Dominikus

Karlsruhe

Gymnasium und Realschule Neureut

Karlsruhe

Internationale Gesamtschule Heidelberg

Heidelberg

Johannes-Gutenberg-Schule

Heidelberg

Sophie-Scholl-Grundschule

Rottenburg am Neckar

St. Elisabeth-Stiftung,
Schule St. Franziskus

Bad Waldsee

Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn mit Förderschulen

Schramberg

Stiftsgymnasium Sindelfingen

Sindelfingen

Theodor-Heuss-Schule Oftersheim

Oftersheim

Uhland-Gymnasium Universitätsstadt Tübingen

Tübingen

Ursulinen-Gymnasium

Mannheim

Wirtschaftsgymnasium West Stuttgart

Stuttgart

Quelle: emas-register.de, Juni 2018.

 

Weitere Informationen:

 

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