Umweltmanagement

Umweltmanagementsysteme

Foto: BMU / Brigitte Hiss
Foto: BMU / Brigitte Hiss

Umweltmanagement ist der Teilbereich des Managements einer Organisation (Industrie, Gewerbe, Dienstleister, Behörde usw.), der sich mit dem Umweltschutz beschäftigt, d.h. mit den Tätigkeiten, Produkten und Dienstleistungen, die Auswirkungen auf die Umwelt haben.


Umweltaspekte sind z.B. Energieverbrauch, Emissionen, Abfall oder Abwasser, aber auch indirekte Faktoren, wie die Lebensdauer von Produkten, Verwaltungs- und Planungsentscheidungen oder das Verhalten von Auftragnehmern können wesentliche Auswirkungen haben.
Will man Umweltstandards setzen, verlangt dies einen verantwortlichen Umgang im eigenen Haus und den Blick über den Tellerrand hinaus.

In einem Umweltmanagementsystem (UMS) wird die Aufbau- und Ablauforganisation festgelegt. Dazu gehören Regelungen zu Planung, Ausführung und Kontrolle ebenso wie die Festlegung von Verantwortlichkeiten und Verhaltens- und Verfahrensweisen. Ziele werden vereinbart und die entsprechenden Maßnahmen getroffen.

Ein UMS ist auf Langfristigkeit ausgelegt und sollte von einzelnen Personen unabhängig sein. Es unterscheidet sich daher von einmaligen umweltbezogenen Projekten oder Umweltchecks.

Regelmäßige eigene Überprüfungen der Einhaltung der Vorgaben, sogenannte interne Audits, sind Herzstück des UMS. Ein zusätzliches externes Audit durch unabhängige, betriebsfremde Prüfer bescheinigt glaubhaft die Funktion des UMS.

 

Ein UMS soll den individuellen Bedürfnissen der Organisation gerecht werden. Das UMS eines kleinen Unternehmens, z.B. einer Schreinerei, wird weniger formell aufgebaut sein, als das eines internationalen Automobilherstellers. 

Die bekanntesten Systeme sind die Öffnet internen Link im aktuellen FensterEMAS-Verordnung und die Umweltmanagementnorm
ISO 14001. Sie geben das Gerüst des Umweltmanagementsystems vor.

Umweltmanagementansätze

Unterhalb der internationalen Standards EMAS und ISO gibt es zahlreiche spezialisierte Ansätze zur Verbesserung des Umweltschutzes. Diese zielen auf einzelne Branchen ("Ecocamping" für Fremdenverkehrseinrichtungen, "Grüner Gockel" für Kirchengemeinden) oder auf bestimmte Wirtschaftszweige ab, wie beim Handwerk (QuH, QuB) oder wollen kommunale Umweltnetzwerke großer und kleiner Unternehmen einführen und stärken (Ökoprofit).

Die meisten dieser Umweltmanagementansätze sind weniger auf ein kontinuierliches Management des betrieblichen Umweltschutzes ausgerichtet und verleihen kein überregional anerkanntes Zertifikat. Vielmehr stehen einzelne oder mehrere, zeitlich begrenzte Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltleistung im Vordergrund. Meist fehlt auch die umfassende Einbeziehung der Beschäftigten und die vollständige interne Auditierung.

Diese Ansätze sind dennoch geeignet, den Umweltschutz einer Organisation voranzubringen und können eine gute Wahl gerade für kleine und nur regional tätige Unternehmen sein, einen Einstieg in ein Umweltmanagementsystem wie EMAS zu finden.

Das Bundesumweltministerium hat verschiedene Umweltmanagementansätze auf ihre Wirksamkeit untersuchen lassen. Ergebnisse der Studie finden sie hier.

Der Umweltgutachterausschuss hat in einer Stellungnahme eigene Schlussfolgerungen aus dem Forschungsvorhaben gezogen: UGA-Stellungnahme.

 

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