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EMAS TISCH-Kalender 2012 Vorder-/Rückseite
(PDF 2 Seiten: A4 sowie A3 Druck - beidseitig)
02. Juli 2010
Am 9. und 10. Juni 2010 trafen sich in Salzburg Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen und Interessierte aus mehreren Staaten bei der österreichisch-deutschen EMAS-Konferenz zum Thema „Nachhaltiges Wirtschaften mit EMAS III“..
Am ersten Tag konnten die Gäste den nach EMAS validierten Salzburger Flughafen besichtigen, und sich bei informativen Gesprächen während des Abendempfangs im Schloss Klessheim besser kennen lernen und sich über die verschiedenen Ansätze des nachhaltigen Wirtschaften mit EMAS austauschen. Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Praxis: viele informative Vorträge verdeutlichten die Möglichkeiten, die EMAS für ein verantwortungsbewusstes Handeln in Wirtschaft und Verwaltung bietet. Im Terminal 2 des Wolfgang Amadeus Mozart Flughafens konnte der Geschäftsführer des Flughafens Roland Hermann gut 200 Besucherinnen und Besucher begrüßen.
Im Rahmen der Konferenz verliehen Landesrat Josef Eisl für die Salzburger Landesregierung und Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes, den österreichischen EMAS-Preis an die diesjährigen Gewinner.

Die Aufgaben des stadtnahen Salzburger Flughafens für die lokale Wirtschaft und die Tourismusgebiete ohne Zunahme der negativen Umweltauswirkungen zu bewältigen, werden laut Aussage des Geschäftsführers Rudolf Hermann geschultert durch das seit 2004 nach EMAS validierte Umweltmanagement. Dabei setzt die Geschäftsführung mit EMAS ein sichtbares Zeichen, die Umweltbedingungen am Standort Flughafen bestmöglich zu gestalten.

Landesrat Josef Eisl sieht im nachhaltigen Wirtschaften den langfristigen Erfolg jeder Organisation und jedes Unternehmens. Mit EMAS nehmen diese ihre Verantwortung gegenüber dem Klimawandel wahr, ihre Ressourcen umweltschonend einzusetzen, ihre Umweltleistung ständig zu verbessern und dabei Rechtssicherheit und wirtschaftliche Stabilität zu erreichen.

„EMAS ist und bleibt für uns der clevere Weg zum Umweltschutz im Alltag einer Behörde“ bestätigt Dr. Thomas Holzmann aus seiner langjährigen Erfahrung mit EMAS im Umweltbundesamt (UBA), das seit 2001 als erste deutsche Bundesbehörde das EMAS-Logo tragen darf. Er sieht nicht nur Unternehmen in der Verantwortung nachhaltig zu wirtschaften, sondern auch den Staat und seine Institutionen, die über ihre Nachfrage Vorbild und Marktmacht sind. „Denn die staatliche Nachfrage kann Märkte verändern“ so Dr. Holzmann „wenn Ressourceneffizienz als Standardkriterium für die Beschaffung etabliert wird und so die Nachfrage nach hocheffizienten Lösungen steigt.“ Ebenfalls stünden mit EMAS und den Kriterien für ein effektives Energie- und Ressourcenmanagement geeignete Instrumente zur Verfügung, um den Herausforderungen für mehr Nachhaltigkeit gerecht zu werden. In Anlehnung an die britische Band „The Beatles“, die am 13. März 1965 am Salzburger Flughafen landete, postulierte Dr. Holzmann „All you need is EMAS!“

Langfristige große Ziele im Ressourcenmanagement empfahl Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Chair beim International Panel for Sustainable Resource Management, in seinem Vortrag „Think Big beim Ressourcenmanagement“ um dem Klimawandel zu begegnen. Denn nur in Zeiträumen von 5-30 Jahren könnten Passivhäuser entstehen, Produktionsverfahren umgestellt und neue Prozesse angestoßen und etabliert werden. „Um den Klimawandel abzubremsen, muss die Politik mitmachen“ so von Weizsäcker. Effektiv wären steigende Ressourcen- und Energiepreise im Gleichklang mit dem Anstieg der Effizienz.

Dass die Preise für Ressourcen steigen werden, glaubt auch Michael Cerveny von der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT). Deshalb müssten Haushalte, Wirtschaft, Transport- und Mobilitätssysteme auf ein wesentlich energie- und ressourceneffizienteres Niveau gehoben werden. „EMAS ist hierfür ein hervorragendes Tool!“ erklärt Cerveny.

Nach Aussage von Dr. Matthias Weigand vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit bietet EMAS die (letzte) Chance, den notleidenden Vollzug von Umweltrecht in den Mitgliedstaaten revolutionär zu verändern. Aufgrund von verschiedenen Faktoren werde das Risiko eines Vollzugdefizits auch gerade im Umweltrecht rapide ansteigen. EMAS mit seiner konsequenten Anwendung des Compliance-Ansatzes sei das entsprechende Mittel, um dem Vollzugsdefizit zu begegnen und die Eigenverantwortung der Unternehmen zu stärken. Dafür, dass EMAS hoffähig wird, müssten progressive Privilegierungen, Belohnungen und Anreize sorgen. Im Ergebnis würden alle Seiten davon profitieren: die Umwelt, Bürgerschaft und Wirtschaft sowie die staatlichen Administrationen.

Die EU Kommission, vertreten durch Pavel Misiga von der Generaldirektion Umwelt, in deren Zuständigkeitsbereich EMAS fällt, zielte mit der Revision der EMAS-Verordnung (EMAS III) darauf ab, EMAS als ein Instrument des EU-Aktionsplans für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik fest zu etablieren. Mit der Anwendung von EMAS und den durch die Verordnung geforderten Elementen wie Kernindikatoren und Referenzdokumente sind die teilnehmenden Organisationen befähigt ihre Energie- und Ressourceneffizienz zu verbessern. Um die EU-Klimaziele zu erreichen, sei aber auch eine Entkoppelung von Ressourcenverbrauch und dem Wirtschaftswachstum sowie ein Paradigmenwechsel notwendig.

In der Podiumsdiskussion sprachen Ulrich Sollmann, Volkswagen AG, Franz-Rudolf Brenk, Aleris Recycling GmbH, Ernst Gugler, gugler cross media, Ferdinand Hofer, Managementsysteme Qualität & Umwelt und Jörg Harbring, M-Real Hallein über die Vorteile von EMAS in ihren Organisationen. Diese liegen vor allem in der Rechtssicherheit, die das System durch die Begutachtung durch den Umweltgutachter leistet, und damit einhergehend eine Verbesserung in der Kommunikation mit den Behörden, der Möglichkeit, für Unternehmen ihre Eigenverantwortung wahr zu nehmen und sich vom Wettbewerb durch die Verwendung des EMAS-Logos abzuheben. Um mit dem EMAS-Logo eine größere Wirkung zu erzielen, müsse das System aber noch bekannter werden, v.a. auch die Vorteile gegenüber einer Zertifizierung nach der DIN EN ISO 14001. In der Runde war man sich einig, dass EMAS nicht kompliziert, aber anspruchsvoll ist, denn es müssen intensiv Daten erhoben, ein Managementsystem eingeführt und für die Öffentlichkeit eine Umwelterklärung geschrieben werden. Aber alles dies sei zum Nutzen des Unternehmens und schließlich bürgt EMAS für Qualität und Umweltschutz.
Das Fazit nach den zwei Tagen Veranstaltung: EMAS hat eine Menge - zum Teil noch ungenutztes - Potenzial um nachhaltiges Wirtschaften konkret zu verwirklichen und alle Organisationen und Unternehmen können mit der Teilnahme nur gewinnen.
Es ist doch so einfach: All you need is EMAS!
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