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EMAS TISCH-Kalender 2012 Vorder-/Rückseite
(PDF 2 Seiten: A4 sowie A3 Druck - beidseitig)
25. März 2010

Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack, Präsident der Fachhochschule Prof. Wilhelm-Günther Vahrson und IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller bei der Urkundenübergabe
Im Beisein von Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack überreichte IHK-Präsident Dr. Ulrich Müller am 18. März 2010 die EMAS Registrierungsurkunde an den Präsidenten der Fachhochschule Prof. Wilhelm-Günther Vahrson. „EMAS ist ein wunderbares und zeitgemäßes System, das ich nicht nur anderen Hochschulen empfehlen kann, sondern auch allen öffentlichen Einrichtungen, die systematisch Ressourcen und Emissionen einsparen wollen“, sagte Umweltministerin Tack. „Die EMAS-Teilnahme der FH Eberswalde soll eine Vorbildwirkung für die öffentlichen Einrichtungen haben“, so die Umweltministerin weiter. Als erste Hochschule Brandenburgs und als zehnte in Deutschland führte die FH Eberswalde das hochwertige und glaubwürdige Umweltmanagementsystem, kurz EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), ein.
Bereits am 9. Februar 2010 war es soweit, die vor den Toren von Berlin gelegene Fachhochschule Eberswalde wurde ins EMAS-Register eingetragen. Noch vor Weihnachten 2009 bescheinigte der Umweltgutachter der Hochschule eine Konformität des implementierten Umweltmanagementsystems mit den Anforderungen der europäischen Verordnung für ein Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Die kleinste Hochschule in Brandenburg beschäftigt mehr als 200 Angestellte und hat zurzeit ca. 1800 Studierende. Als 1992 wiedereröffnete Fachhochschule, blickt der Standort auf eine 180-jährige Geschichte als Forst- und Holzforschungsstandort in Eberswalde zurück. Mit dem Schwerpunkt auf ein natur- und umweltbezogenes Studium und mit u. a. den Fachbereichen Wirtschaft und Holztechnik, verpflichtet sich die FH Eberswalde in ihrem Leitbild, zur Berücksichtigung der Prinzipien nachhaltigen Handelns.
Die ersten Schritte für ein Umweltmanagementsystem fanden bereits 2004 statt, als sich eine Umweltmanagementgruppe aus Angestellten der Verwaltung, Studierenden und Dozenten formierte, die sich Umweltschutzthemen wie z.B. Abfallentsorgung und Energieeinsparungen annahmen. Das Besondere an diese Arbeitsgruppe ist der Querschnitt der Teilnehmenden aus allen Bereichen der Hochschule. Auch auf Initiative der Umweltmanagementgruppe wurde mit dem Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur eine Zielvereinbarung zur Einführung eines Umweltmanagementsystems abgeschlossen. Im April 2007 beschloss das Präsidium der Fachhochschule EMAS für die Einführung eines strukturierten Umweltmanagementsystems zu verwenden. Somit ist der Beschluss zur Umsetzung von EMAS ein von unten herauf gewachsener Prozess, der auf der obersten Ebene der Hochschulhierarchie anerkannt wurde.
Kerstin Kräusche, die 2007 über das Zielvereinbarungsprojekt als Umweltmanagerin im Referat Planung und Controlling eingestellt wurde und damit direkt dem Kanzler unterstellt ist, übernahm mit Fachkenntnis die Aufgabe zur Einführung und Umsetzung von EMAS. Dabei nutzte sie die EMASeasy Methode, eine für KMU entwickelte Methode zur Einführung von EMAS, die speziell für den Hochschulbetrieb und deren öffentliche Verwaltung angepasst wurde. Die Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Studierenden gelang in Eberswalde im großen Ausmaß. So war die onlinebasierte Befragung zur Umweltsituation an der Hochschule mit 370 Rückmeldungen unter den Studierenden (ca. 20 %) und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (fast 40 %) sehr erfolgreich.
In Eberswalde ist das Thema Umweltmanagement im Lehrplan fest verankert. Für alle Erstsemester ist ein Pflichtmodul, bestehend aus Vorlesungen mit abschließender Prüfung zum Thema Nachhaltigkeit verpflichtend. Außerdem werden in Studiengängen, die das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz betreffen, Lehrveranstaltungen zu Umweltmanagementsystemen u.a. von Kerstin Kräusche angeboten sowie Beleg- und Bachelorarbeiten zum Umweltmanagement von den Studierenden erstellt.
Die Beschaffung, die sowohl zentral als auch in den Fachbereichen vollzogen wird, ist auf Umweltschutz ausgerichtet. Sie erfolgt nach ökologischen Kriterien, die in der vom Präsidium beschlossenen ökologischen Beschaffungsrichtlinie festgelegt sind. Neben der Beschaffungsrichtlinie erstellte die FH ebenfalls eine Checkliste für standortspezifisches nachhaltiges Veranstaltungsmanagement.
Die Energie- und Stromversorgung ist auf nachhaltige Produkte ausgerichtet. Für die Versorgung mit Wärmeenergie werden nachwachsende Rohstoffe eingesetzt. Der Bezug von Ökostrom wird an zwei von drei Standorten genutzt und zusätzlich erzeugen zwei Photovoltaikanlagen Strom.
Ihre Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz nimmt die Hochschule zum Anlass, um auch weitere Stellen an das Thema heranzuführen und zu begeistern. Zur Motivation anderer Hochschulen und öffentlicher Einrichtungen veranstaltete die FH Eberswalde zwei Workshops in denen sie ihre Erfahrungen aus der Durchführung des Umweltmanagement weiter gab. Außerdem ist im Herbst dieses Jahres eine weitere Veranstaltung zur Nutzung von Instrumenten des Umweltmanagements geplant.
Der umfassende Ansatz zum Thema Nachhaltigkeit verdeutlicht sich auch im neuen Namen: Am 26. März 2010 erfolgt im feierlichen Rahmen die Umbenennung der Bildungsstätte in „Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)“.
Es ist zu wünschen, dass noch viele dem guten und gelungenen Beispiel für die Umsetzung und Teilnahme an EMAS der FH Eberswalde folgen werden.
