
17. Dezember 2009

Die Berliner EMAS-Druckereien Druckhaus Berlin-Mitte und Oktoberdruck sprechen in einem Artikel der taz – die tageszeitung (veröffentlicht in der Wochenendausgabe vom 12.-13.12.2009) über ihre Erfahrungen mit EMAS, ihre Maßnahmen im Umweltschutz und über die nachhaltigen Gedanken ihrer Kundschaft.
Das seit 2002 nach EMAS registrierte Druckhaus Berlin-Mitte stellte sein Lagerverhalten um, indem es nicht mehr riesige Mengen Papier im Lager bereit hält, sondern jeden Morgen den Bedarf für die nächsten 24 Stunden bestellt. „Jetzt geht der Drucker bewusster mit dem Material um, denn er hat ja keine Chance, aus dem Lager nachzufassen. Damit sparen wir jede Menge Kosten“, sagt Dieter Ebert, der Umweltbeauftragte vom Druckhaus.
Auf ebenfalls langjährige Erfahrungen im Umweltschutz kann Oktoberdruck zurück greifen. Bereits 1995 wurde die selbstverwaltete Druckerei nach dem europäischen Öko-Audit-System geprüft. Damals gab es noch keine Nachfrage nach Umweltzertifizierungen und der Vertrieb verschwieg lieber die Anstrengungen in dem Bereich, um nicht in die Öko-Ecke gestellt zu werden, berichtete Martina Fuchs aus dem Vorstand des Unternehmens. Selbst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Zertifizierung eher kritisch beäugt. Inzwischen hat die Belegschaft die Vorteile eines kontinuierlichen Blicks von außen auf die Entwicklungen im Umweltschutz, Qualität und Arbeitssicherheit schätzen gelernt. Und auch im Kundenkreis finden die Umweltaktivitäten immer mehr Anklang.
Beide Druckereien bieten ihren Kunden die Option „klimaneutrales Drucken“ an, jedoch wird dies noch sehr wenig nachgefragt. Auf höchstens ein Prozent beziffert Martina Fuchs von Oktoberdruck den Anteil an klimaneutralisierten Aufträgen. „Es erfordert viel Aufklärungsarbeit, einen Kunden von den geringeren Umweltbelastungen durch Recyclingpapier oder Erzeugnisse aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu überzeugen“, erzählt Martin Lind, beim Druckhaus Berlin-Mitte für den Vertrieb zuständig.
Vor allem bei Kunden aus den öffentlichen Verwaltungen wünschen sich die Druckereien mehr ökologische Kriterien bei den Ausschreibungen. Bei öffentlichen Aufträgen zählt häufig der Preis, dabei könnten diese Auftraggeber ihre Kaufkraft und Vorreiterfunktion hier noch stärker für ökologische Kriterien einsetzen.