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Spitzenausgleich: Mit EMAS Energieeffizienz verbessern und Energiekosten senken

11.05.2015 

Energie Foto: © Uwe Schlick / PIXELIO
© Uwe Schlick / PIXELIO

Energieintensive Unternehmen mit einer bestimmten Verbrauchsquote erhalten aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit finanzielle Entlastungen. Sowohl die europäische als auch die deutsche Politik setzen dabei zunehmend auf konkrete Gegenleistungen für steuerliche oder umweltrechtliche Erleichterungen, z. B. die Einführung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems (EnMS bzw. UMS) als Nachweis über die Verbesserung der Energieeffizienz.

 

Ein erstes Beispiel ist die besondere Ausgleichsregelung für produzierende Unternehmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das am 01.08.2014 novelliert in Kraft getreten ist. Die darin geänderte Regelung sieht einen Ausgleich für stromkostenintensive Unternehmen (ab 5 Gigawatt Stromverbrauch) vor, die ein EnMS nach DIN EN ISO 50001 oder ein UMS nach EMAS eingeführt haben. Für Unternehmen, die an einer Abnahmestelle mehr als 1 und bis zu 5 Gigawatt Strom/Jahr verbrauchen, reicht ein Alternativsystem. Dazu ausführlich das Merkblatt des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vom 17.04.2015.

 

Konsequenterweise finden sich auch nur EMAS und ISO 50001 in der Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums zum Spitzenausgleich nach dem Energiesteuer- und Stromsteuergesetz (Spitzenausgleichs-Effizienzsystemverordnung - SpaEfV). Nur kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können hier ebenfalls ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz gemäß der Anlage 2 der SpaEfV oder ein Energieaudit nach der DIN EN 16247-1 einführen. Nähere Informationen dazu gibt der Zoll unter:
www.zoll.de/DE/Fachthemen/Steuern/Verbrauchsteuern/Strom/Steuerverguenstigung/Steuerentlastungen/Steuerentlastung-nach-Par-10-StromStG/steuerentlastung-nach-par-10-stromstg_node.html

 

Unternehmen, die bereits eine gültige EMAS-Registrierung oder ein ISO 50001 Zertifikat vorweisen können, haben den Entlastungsanspruch bereits erfüllt. Für alle anderen Unternehmen gilt: spätestens bis zum 30.6. des Antragsjahres muss ein Zertifikat nach ISO 50001 oder eine EMAS-Registrierungsurkunde vorliegen. Unternehmen mit einem UMS nach der nicht anerkennungsfähigen ISO 14001 müssen entweder eine neue Zertifizierung nach ISO 50001 oder ein Upgrade zu EMAS durchlaufen.

 

Was manche Unternehmen vielleicht nicht wissen: die Anforderungen der ISO 14001 sind bereits vollständig in EMAS enthalten. Die Implementierung der EMAS-Zusatzanforderungen dürfte also häufig der weniger aufwendige Weg für managementerfahrene Betriebe sein - selbst wenn am Ende noch die Hürde der transparenten Umweltberichterstattung steht.

 

Gut 75 % der in Deutschland registrierten Organisationen (in Europa sogar knapp 80 %) fallen unter die Definition der KMU. Diese haben erkannt, dass EMAS auch für KMU viele Vorteile bietet, sodass der für den Spitzenausgleich angebotene einfachere Weg über ein „alternatives System“ offensichtlich nicht die Triebfeder war. Ein alternatives System mag ein Einstiegsweg sein, selbstbewusste Unternehmen können sich aber ohne weiteres direkt an EMAS wagen. Damit haben sie zwar einmalig einen höheren Aufwand, für die Zukunft sind sie aber für viele Eventualitäten gerüstet. Denn es ist zu erwarten, dass der „Trend“ zu Managementsystemen als Gegenleistung umweltrechtlicher Begünstigungen anhält. Mit EMAS wird das gesamte Spektrum der unternehmensrelevanten Umweltaspekte berücksichtigt, Mehrfachzertifizierungen nach unterschiedlichen Standards werden überflüssig.

 

Eine Registrierung nach EMAS bietet Industriebetrieben weitere Vorteile. Denn auch bei der Umsetzung der europäischen Richtlinie über Industrieemissionen (IED-Richtlinie) sind Erleichterungen für EMAS-registrierte Unternehmen gegeben. Ein Managementsystem ist ein Kriterium für die Beurteilung von Umweltrisiken, die von einem Standort ausgehen. Danach richtet sich z. B., wie häufig Inspektionen durch die zuständigen Behörden vor Ort vorzunehmen sind. Eine EMAS-Registrierung kann also dazu führen, dass Behördenbesuche deutlich seltener erfolgen.

 

Nicht vergessen werden darf die seit über zehn Jahren etablierte EMAS-Privilegierungsverordnung, die im Immissions- und Abfallrecht Vollzugserleichterungen für die Unternehmen vorsieht.

 

Fazit: EMAS ist das Universalsystem zum Nachweis umfassender Umweltleistung inklusive Einhaltung der rechtlichen Anforderungen.