EMAS Novelle 2017 - Die Änderungen im Überblick

Infomaterial

EMAS Novelle 2017 - Die Änderungen im Überblick
(UBA/UGA 2017)

Checkliste der wesentlichen Änderungen mit Umsetzungsbeispielen
(Arqum GmbH 2017)

 

EMAS Novelle 2017 - Die Änderungen im Überblick

Mit der Aktualisierung der EMAS-Verordnung sind die Anforderungen der ISO 14001:2015 weiterhin in EMAS integriert. © GS UGA
Beispiele zu interessierten Parteien und ihren Erfordernissen und Erwartungen. © GS UGA
Themen des Kontextes der Organisation. © GS UGA

Die EU-Kommission überarbeitet in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten die EMAS-Verordnung. Die wesentlichen Neuerungen betreffen:

Umweltprüfung - Anhang I

Anhang I wird um solche Themen erweitert, die mit der neuen ISO 14001:2015 eingeführt wurden. Dies  betrifft insbesondere die Bestimmung des Kontextes der Organisation, die Erfassung der interessierten Parteien und ihrer Erfordernisse und Erwartungen, die Ermittlung von Risiken und Chancen sowie die stärkere Berücksichtigung von Umweltaspekten entlang des Lebensweges (indirekte Umweltaspekte). Die Umweltprüfung ist die erstmalige Bestandsaufnahme und Bewertung der Umweltaspekte.

Umweltmanagementsystem - Anhang II

Im Anhang II sind die Anforderungen der ISO 14001 (Spalte A) den darüber hinausgehenden Anforderungen der EMAS-Verordnung (Spalte B) gegenüber gestellt. Die Spalte A wird den Normentext der ISO 14001:2015 (Abschnitt 4 bis 10) übernehmen. Die Pflicht zur Benennung einer/ eines Managementbeauftragten, die unter der ISO 14001:2015 entfällt, wird unter EMAS beibehalten. Damit bleibt eine wichtige Ansprechperson erhalten. Über die Anforderungen der ISO 14001 hinaus bestehen bei EMAS weiterhin die Erfordernisse Rechtskonformität, Umweltleistungsverbesserung und Umweltberichterstattung.

Umweltbetriebsprüfung - Anhang III

Die Umweltbetriebsprüfung ist die systematische, dokumentierte, regelmäßige und objektive Bewertung der Umweltleistung einer Organisation, des Managementsystems und der Verfahren zum Schutz der Umwelt. Anhang III wird u.a. um die freiwillig eingegangenen Verpflichtungen ergänzt. Außerdem wird die Überprüfung der Rechtskonformität und die Berichterstattung interner Auditergebnisse an die Leitungsebene der Organisation stärker betont.

Umwelterklärung - Anhang IV

Die Änderungen des Anhangs IV, die bisher noch nicht verabschiedet sind, werden voraussichtlich Anfang 2018 in Kraft treten. Die für Anhang IV vorgesehen Änderungen dienen insbesondere dem Zweck, die Flexibilität bei der Berichterstattung zu erhöhen und den Fokus der Berichterstattung auf die bedeutenden Umweltaspekte und -auswirkungen zu legen. Dadurch soll die Nutzung der Umwelterklärung für andere Anforderungen (z.B. Berichtspflichten) erleichtert werden. Wesentliche Änderungen sind:

  • Es wird nun explizit auf die Möglichkeit hingewiesen, in die Umwelterklärung weitere Umweltinformationen aufzunehmen, die über die Anforderungen von Anhang IV hinausgehen. Diese Informationen werden dann auch von der Umweltgutachterin/ dem Umweltgutachter validiert.

  • Die Umwelterklärung kann – auch das ist in Anhang IV nun klar geregelt – in andere Berichte integriert werden (z.B. Nachhaltigkeitsbericht). Die Umwelterklärung muss eindeutig identifizierbar sein.

  • Die Kernindikatoren werden überarbeitet. Der bisherige Indikator für Biodiversität wird in „Flächennutzung in Bezug auf Biodiversität“ überführt und setzt sich aus dem Gesamtflächenverbrauch, versiegelter Fläche, naturnaher Fläche vor Ort aber auch abseits des Standortes zusammen. Der Kernindikator „Energie“ unterscheidet nun in zugekaufte und selbst erzeugte erneuerbare Energien. Die „Zahl B“, also die Bezugsgröße der Kernindikatoren, und die Dimension der Indikatoren können künftig unter Berücksichtigung bestimmter Vorgaben frei gewählt werden.

  • Die Entwicklung bei den bedeutenden indirekten Umweltaspekten wird in Zukunft über die Kernindikatoren oder geeignete andere Indikatoren abzubilden sein. Insofern eine Quantifizierung nicht möglich ist, soll qualitativ berichtet werden.

  • Soweit verfügbar, sollte auf die einschlägigen besten Umweltmanagementpraktiken Bezug genommen werden, die in den branchenspezifischen Referenzdokumenten vorgelegt werden.

  • Die Sprachregelung bzgl. der Umwelterklärung bei Sammelregistrierungen wurde überarbeitet. So kann z.B. in Abstimmung mit der Registrierungsstelle für die Umwelterklärung eine von der Amtssprache abweichende Berichtssprache für die Registrierung gewählt werden. Es muss dennoch sichergestellt sein, dass Informationen über einzelne Standorte in der Sprache des jeweiligen Landes verfügbar sind.

 

Nutzerhandbuch

Ergänzend zur Novelle der EMAS-Verordnung bereitet die EU-Kommission eine Anpassung des Nutzerhandbuches vor. Für Unternehmen mit mehreren oder vielen gleichartigen Standorten soll eine Multisite-Registrierung ermöglicht werden. Mit dem Multisite-Verfahren ist es Organisationen bestimmter Branchen erlaubt, ihre Standorte stichprobenartig begutachten zu lassen. Die zugrunde liegenden Regelungen werden auf ausgewählte Branchen des Dienstleistungssektors mit geringen Umweltauswirkungen beschränkt sein. Daneben wird es für Organisationen weiterer bestimmter Branchen die Möglichkeit geben, an Pilotprojekten zur Multisite-Registrierung teilzunehmen.

 

Wann erfolgt die Verabschiedung der novellierten EMAS-VO und welche Fristen sind zu beachten?

Die novellierten Anhänge I-III wurden mit der Verordnung (EU) 2017/1505 am 29. August 2017 im Amtsblatt veröffentlicht und sind 20 Tage später in Kraft getreten. Anhang IV und das Nutzerhandbuch werden voraussichtlich Anfang 2018 veröffentlicht.

Die Übergangsfristen zur Anpassung des Umweltmanagementsystems an die neue EMAS-Verordnung orientieren sich an denen der ISO 14001:2015, wonach bis zum 14.09.2018 umzustellen ist. Falls eine (Re-)Validierung vor dem 14. März 2018 geplant ist, kann der Termin in Abstimmung mit dem/der Umweltgutachter/in und der zuständigen Stelle um 6 Monate verlängert werden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat ein Infoblatt mit Erläuterungen zu den Übergangsregelungen und -fristen veröffentlicht:

 

 

Eine Broschüre, die in Kooperation zwischen dem Umweltgutachterausschuss und dem Umweltbundesamt erstellt wurde, veranschaulicht die wesentlichen Änderungen und bietet Hilfestellungen für EMAS-Organisationen:

 

 

Zusätzliche Umsetzungshilfen hat die Arqum GmbH erstellt. Mit einer Excel-Checkliste bekommen Anwenderinnen und Anwender einen Überblick, welche Änderungen sie in ihrem Umweltmanagmentsystem bereits umgesetzt haben. Zusätzlich sind in der Checkliste Links zu Umsetzungsbeispielen bezüglich der wesentlichen Änderungen hinterlegt.

 


Seit der Einführung 1993 ist die EMAS-Verordnung zweimal novelliert worden. 2001 erfolgte die Integration der Managementsystemanforderungen der EN ISO 14001, die Öffnung für alle Branchen einschließlich Behörden und Vereinen sowie die Einführung eines neuen einheitlichen EMAS-Logos. Mit der zweiten Novellierung 2009 wurde EMAS auch für Standorte außerhalb der EU ermöglicht. Darüber hinaus wurden die Belange kleiner und mittlerer Unternehmen berücksichtigt sowie verbindliche Kernindikatoren eingeführt, mit denen die Leistungen in sechs betrieblichen Umweltaspekten dargestellt werden.



Ausführungen des Bundesumweltministeriums und Umweltbundeamtes zu den Änderungen:

Weiterführende Informationen

20.10.2017

Neu: Arbeitshilfe zur Umsetzung der EMAS Novelle 2017

Am 18. September 2017 trat die Änderungsverordnung (EU) 2017/1505 in Kraft. Es wurden die Anhänge I bis III der EMAS-Verordnung (EG) 1221/2009 angepasst, um die Kompatibilität von EMAS zur Umweltmanage-mentsystemnorm ISO 14001:2015 beizubehalten und die Anwenderfreundlichkeit von EMAS zu verbessern. Eine Broschüre, die in Kooperation zwischen dem Umweltgutachterausschuss und dem Umweltbundesamt erstellt wurde, veranschaulicht die wesentlichen Änderungen und bietet Hilfestellungen für EMAS-Organisationen. weiter»

29.09.2017

Geänderte Anhänge der EMAS-Verordnung im Überblick

In Abstimmung mit den europäischen Mitgliedstaaten hat die EU-Kommission die EMAS-Verordnung überarbeitet. Es wurden die Anhänge I bis III der Verordnung geändert, um die Kompatibilität von EMAS zu dem Umweltmanagementsystem nach der neuen ISO 14001:2015 weiterhin zu wahren und die Anwenderfreundlichkeit von EMAS zu verbessern. Die Verordnung (EU) 2017/1505 zu den Änderungen von EMAS trat am 18.09.2017 in Kraft. weiter»