
Auf der EMAS-Awards-Internetseite der EU Kommission finden Sie:
Pressemitteilung des UGA zum EMAS-Award 2008

EMAS-Award 2008
Am 20. November 2008 wurden bei einer festlichen Zeremonie in Brüssel die EMAS Awards 2008 vergeben. In den fünf Kategorien „Mikro-Organisationen“, „kleine Organisationen“, „kleine und mittlere Organisationen“, „große Organisationen“ und „Organisationen aus der öffentlichen Verwaltung“ konnten die EMAS-Organisationen beweisen, wie sie das Klima schützen durch die Reduzierung von klimarelevanten Gasen und Energieverbrauch. Aus Deutschland hatten sich insgesamt 25 Kandidaten beworben, von diesen wurde von der Jury für jede Kategorie schließlich ein Bewerber nominiert.

Gewinner der Kategorie "Mikro-Organisation" Evang. Kirchengemeinde Kreuzäcker"
Mit einer beeindruckenden Energieeinsparung und Verminderung klimarelevanter Gase gewann die Evangelische Kirchengemeinde Kreuzäcker in der Kategorie Mikro-Organisation. Durch die Erhöhung des Anteils an Erneuerbaren Energien auf über 60 % konnten die Emissionen von CO2 um 38 Tonnen/Jahr CO2 eingespart werden.
Die Evangelische Kreuzäckergemeinde ist eine von fünf Gemeinden der Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall. 2002 hat sie sich als eine der ersten Kirchengemeinden im Rahmen des Umwelt-Audits zertifizieren lassen.

Best Western Premier Hotel Victoria, Freiburg

Schlossbrauerei Autenried GmbH, Ichenhausen

Axel Springer AG, Essen-Kettwig

Berufsbildende Schulen Osterholz-Scharmbeck
Die nominierten Organisationen für den EMAS-Award 2008

Fotovoltaikanlage der Kreuzäckerkirche
In der Kategorie "Mikro-Organisationen" wurde die Evangelische Kirchengemeinde Kreuzäcker nominiert. Seit 2002 ist das Umweltmanagement der Gemeinde mit Kindergarten und Kreuzäckermarkt nach EMAS validiert und wurde als eine der ersten Kirchengemeinden in das europäische EMAS-Register eingetragen. Mit Ihrem Umweltmanagement hat die Kirchengemeinde schon viel für den Klimaschutz und ihre Energieeffizienz erreicht. Jährlich werden ca. 38 Tonnen des schädlichen Klimagases CO2 reduziert. Dabei sind die wirksamsten Maßnahmen: Ersatz der Ölheizung durch eine Holzpelletheizung, Fotovoltaikanlage auf dem Kirchendach, energiesparende Fenster und Außentüren im Gemeindezentrum, Einsatz von Energiesparlampen und bedarfsgerechte Bereitstellung von Heizwärme. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch konnte auf 63 Prozent gesteigert und der Energieverbrauch um 30.000 kWh (-16 Prozent) reduziert werden.
Das Best Western Premier Hotel in Freiburg wurde im Jahr 2005 zum ersten Mal validiert. Seit dieser Zeit veröffentlicht das Hotel in der Umwelterklärung eine lange Liste von Einzelmaßnahmen, mit deren Hilfe die Energieeffizienz beständig gesteigert wird. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem die Installation einer Grundwasserkühlung zur Klimatisierung von Zimmern und öffentlichen Bereichen (s. auch folgende Abbildung), die konsequente Umstellung der Energieerzeugung und ein funktionierendes Energie-management. Weitere Investitionen wie z. B. Austausch der Minibars durch Energiespargeräte, Bewegungsschalter für die Beleuchtung in Fluren und Garagen sowie Dämmerungsschalter für die Außenbeleuchtung führten langfristig zur Reduzierung des Energiebedarfs. Dadurch konnte der Gesamtenergieverbrauch um 14% von 70,57 toe in 2005 auf 60,8 toe im Jahr 2007 verbessert werden.
Der Ausstoß von Treibhausgas reduzierte sich von 2003 bis 2007 kontinuierlich um 6,5% durch z. B. den Wechsel zum Ökostromanbieter, der Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Hoteldach, Einsatz einer Holzpellet-Heizung oder der Beteiligung am Windpark in Ettenheim. Zudem wird das Hotel nur mit regenerativen Energien betrieben. Das Hotel versorgt sich somit emissionsfrei mit Energie, dabei bezieht sich die Emissionsfreiheit auf das klimaschädigende Treibhausgas Kohlendioxid.

Best Western Premier Hotel Victoria, Freiburg
Die Schlossbrauerei Autenried GmbH ist schon seit 1998 EMAS-Teilnehmer. Bereits seit 1650 besteht das Unternehmen aus Ichenhausen, das in besonderer Verantwortung gegenüber Mensch und Natur seine Teilnahme an EMAS begründet. An verschiedenen Stellen des Produktionsprozesses ergreift die Brauerei Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und erzielte so in kurzer Zeit eine deutliche Erhöhung der Effizienz. Das Beispiel zeigt, dass zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Effizienzpotenziale zu erschließen und dazu ein konsequentes Energiemanagement erforderlich ist.

Schlossbrauerei Autenried GmbH, Ichenhausen
Bereits 1997 ließ sich das Druckhaus der Axel Springer AG in Kettwig erstmals nach EMAS validieren. Im Bereich der Reduzierung von klimarelevanten Gasen und der Verbesserung der Energieeffizienz hat das Unternehmen viel erreicht, wie der Vergleich von 2005 und 2007 zeigt. Beeindruckende Ergebnisse im Bereich der Energieeffizienz konnte die Offsetdruckerei durch die Einführung eines Energiemanagementsystems für alle Energiearten zur Optimierung der Prozesse und durch investive Maßnahmen (Sanierung der Lüftungsanlagen, neue Kühltürme für die Maschinenkühlung) erreichen. Je bedrucktem Quadratmeter Papierfläche wurden 34,1% weniger Energie und 36,6% weniger Wasser als 2005 im Druckhaus Kettwig verbraucht. Der Gasverbrauch konnte mehr als halbiert und so der CO2-Ausstoß um rund 62% gesenkt werden. Der Gesamtenergiebedarf in Wh/m2 Papierfläche wurde von fast 9 Wh/m2 auf etwa 6 Wh/m2 reduziert, dies entspricht einer Reduzierung um mehr als 34%. Auch bei den leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen wurde eine Reduzierung von 2005 auf 2007 um ca. 86% erzielt.

Axel Springer Verlags AG Offsetdruckerei Kettwig
Seit 2007 sind die Berufsbildenden Schulen Osterholz-Scharmbeck EMAS-Teilnehmer. Besondere Erfolge erzielten die Schulen bei der Integration Ihrer Bemühungen zur Steigerung der Energieeffizienz und der Minderung von Klimagasen in die berufliche Bildung. Die Einsparerfolge sind beachtlich. Der Stromverbrauch reduzierte sich von 2006 auf 2007 um mehr als 6 % und der Heizenergieverrauch um 20 %. Ebenfalls beachtlich sind die vielen Projekte mit denen in den Schulen das Thema Umwelt- und Naturschutz vermittelt wird. Besonders hervorzuheben ist auch das Projekt fAIReisen, mit dem ein Wahlpflichtkurs eine Art Klimaschutzausgleich für Dienstreisen anbietet.

v.l.n.r.: Gebhard Rosenthal (IHK Verden), Prof. Michael Schirmer (Uni Bremen), Martin Janik, Christiane Bodammer und Klaus Hinze (Umweltteam, BBS OHZ), Thomas Krösche (VW Emden), Angelika Jacoby-Hillebrand (Umweltteam), Wilhelm Win