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Auf der EMAS-Awards-Internetseite der EU Kommission finden Sie:

Die Europäische Kommission hat am 19. November 2007 im portugiesischen Lissabon die EMAS Awards 2007 verliehen, die unter dem Motto "Abfallmanagement: Verminderung der Abfallmenge durch EMAS-registrierte Organisationen" stehen.
Aus Deutschland haben sich insgesamt 23 Unternehmen beteiligt. Die vielen hervorragenden Bewerbungen haben der deutschen Jury die Auswahlentscheidung nicht leicht gemacht. Die Deutsche Vorauswahl für den EMAS-Award 2007 ist auf dieser Seite zu finden.
Der Award 2007 wurde in den vier Kategorien Kleinstbetriebe (mit weniger als 10 Beschäftigten), kleine (10 bis 50 Beschäftigte), mittlere (50 bis 250 Beschäftigte) und große Unternehmen/Organisationen (> 250 Beschäftigte) vergeben:
Lesen Sie hier die Pressemeldung des UGA zum EMAS-Award.
Die Award-Skulpturen wurden wie in den Vorjahren aus Elektronikbauteilen von der EMAS-registrierten Trash-Manufaktur Wien hergestellt, wo man sich seit 2003 der nachhaltigen Demontage von Elektro- und Elektronikaltgeräten widmet.
Die Award-Zeremonie fand auf Einladung des Direktors und Vorsitzenden der europäischen Jury Miguel Tiago Lopes de Oliveira im Lissaboner Ozeanarium statt. Das Aquarium betreibt selbst ein EMAS-Umweltmanagement und gibt Besuchern durch Ausstellung, Internetspiele und Aufdrucke auf den Eintrittskarten Anregungen zum Umweltschutz.

Für den europäischen Award wurden insgesamt 32 Unternehmen und Organisationen aus 14 Mitgliedstaaten nominiert.
Die Jury hat zwei österreichische, eine dänische und eine schwedische EMAS-Organisation als Gewinner des EMAS-Awards 2007 benannt. In diesem Jahr standen Fragen der innovativen Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Verwertung im Focus. Hintergrund für die Wahl dieses Themenfeldes ist, dass der Anfall vom Abfällen in Europa wohlstandbedingt weiterhin wächst. In der EU allein fallen jährlich 1,3 Milliarden t Abfälle an. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur entfallen statistisch auf jede Person etwa 3,5 t an soliden Abfällen. Dazu kommen noch weitere 700 Mio. t Abfälle aus der Landwirtschaft.
In der Kategorie „Mikro-Unternehmen“ wurde die österreichische Marktgemeinde Telfs für das EMAS-registrierte Umweltbüro ausgezeichnet. Die Marktgemeinde mit rund 15.000 Einwohnern habe große Erfolge bei der Eindämmung des Abfallaufkommens zu verzeichnen. Dies sei der aktiven Informationsarbeit des Umweltbüros und dem dortigen Wertstoffsammelzentrum zu verdanken. Dadurch wurde beispielsweise die Sammlung von Kunststoffabfällen deutlich verbessert und es sei gelungen, verwendete Speiseöle zu 85 Prozent einer Verwertung als „Biodiesel“ zuzuführen.
Auch der zweite europäische Gewinner in der Kategorie "Kleinbetrieb" stammt aus Österreich. Die Wiener Firma Multiprint Elektronik fertigt Leiterplatten und elektronische Geräte an und konnte dabei den Energieverbrauch und den Wasserbedarf für der Produktion in den vergangenen Jahren stetig verringern. Die Oberflächenbehandlung wurde auf eine bleifreie Zinnbeschichtung umgestellt, wodurch Zyanide eingespart werden und eine Verringerung der Beschichtungsdicke der Leiterplatten hat eine deutliche Materialeinsparung bewirkt.
Helena Källström vom QHES-Department der Fa. Gustafsberg AB trägt den Preis für die Kategorie "KMU" nach Schweden. Dort ist man seit Anbeginn bei EMAS und hat durch Produktentwicklungen eine Recycling-Rate bei Aluminium von 100% erzielt. Der Herstellungsprozess hat außerdem die Verwendung von Chrom auf das Äußerste reduziert. Große Erfolge konnte Gustafsberg auch bei der Eindämmung von gefährlichen Stäuben und durch ein neues Eco-design erzielen.
In der Kategorie "Große Organisationen" hat der dänische Pumpenhersteller Grundfos gewonnen. Dort habe man erfolgreich Entwicklung, Produktion und Verkauf mit Fragen der Nachhaltigkeit verbunden, die zu einer besseren Lebensqualität und einer gesunden Umwelt beitragen. Bei Grundfos habe sich jeder Werksstandort Ziele zur Abfallreduktion gesetzt, die monatlich evaluiert werden. Dadurch habe das Unternehmen bezogen auf das Abfallvolumen von 1997 und bereinigt um die höhere Produktivität 33 % des Abfallaufkommens eingespart und eine Recycling-Quote von 84 %.

Alle nominierten Bewerber - darunter auch die vier Unternehmen aus Deutschland:
wurden jeweils mit dem nationalen EMAS-Award in ihrer Kategorie ausgezeichnet.
Die Bewerbungen für den EMAS-Award 2007 zeigen ein breites Spektrum unterschiedlichster Organisationen, die sich im Rahmen des Umweltmanagements nach EMAS zu den Innovationen im Abfallbereich intensive Gedanken machen: Unternehmen der Chemie- und Automobilindustrie, Abfallwirtschaftsbetriebe, Krankenhäuser, ein Möbel- und ein Schmieranlagenhersteller, eine Schule, eine Universität und ein Partyservice-Unternehmen.
Das Unternehmen mit 9 Mitarbeitern zur Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung von Metallen aus dem Deggenhausertal im Bodenseehinterland präsentiert sich mit einem integrierten Abfallkonzept. Dadurch hat man auf allen Verfahrensstufen beim Aufbringen einer schwarzen Mischoxisschicht (Brünieren) und beim Herstellen eines Haftgrundes für andere Lacke und Beschichtungen bei Metallwerkstücken (Phosphatieren) erhebliche Verbesserungen erzielen können, sei es bei der Entfettung, bei der Entsorgung von Bädern und Schlämmen, der Abwasserbeseitigung oder dem Anfall von Aufsaug- und Filtermaterialien.
Link zur Homepage von Kneissler GmbH
Das Catering- Untenehmen mit einer über 20-jährigen Service-Kultur hat zur Zeit zwei feste Mitarbeiter, die von Fachaushilfen unterstützt werden. Der Familienbetrieb vertritt seit seinem Gründungsjahr 1986 konsequent das Motto "Mehrweg statt Einweg". Einerseits werden Einwegmaterialien wie Strohhalme vermieden. Andererseits werden ausgeliehene Teller und Bestecke mit modernen und umweltfreundlichen Spülmaschinen und -mitteln gereinigt, so dass trotz Steigerung der Spülungen die Abwassermenge und der Spülmitteleinsatz erheblich reduziert werden konnte. Selbst bei der Verpflegung von Großveranstaltungen wird so konsequent Abfall vermieden. Außerdem praktiziert der Betrieb ein vorbildliches Mülltrennungssystem. Der Party-Service, der Mitglied bei 1000 Bio-Küchen-Deutschlands ist und bevorzugt regionale Produkte verwendet, gelangte 2006 beim Landesumweltpreis Baden-Württemberg auf den 2. Platz und war beim Kreisumweltpreis des Landkreises Karlsruhe auf dem 3. Platz.
Das DA-DI Werk ist ein Eigenbetrieb des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit 45 Mitarbeitern. Der Verwaltungssitz liegt in der Nähe der als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichneten Grube Messel. In fünf Kompostieranlagen an verschiedenen Standorten werden jährlich 45.700 t Bioabfälle gesammelt und verwertet. Das dezentrale, transportoptimierte System sorgt für die Herstellung von hochwertigen, qualitätsgesicherten Komposten und Erden. Für die Verwertung dieser Produkte in der Landwirtschaft, im Erwerbs- und Hobbygartenbau wurde eigens ein regionales Vermarktungskonzept entwickelt. Es wurde ein kreisweites Abfallsystem eingeführt, das nachhaltiges, umweltorientiertes Verhalten belohnt. Auf der Homepage ist ein Videofilm zu finden, der den täglichen Betrieb der Kompostieranlagen veranschaulicht.
Im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien liegt das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ), das 30 Personen beschäftigt. Das IBZ befindet sich auf dem Gelände des fast 800 Jahre alten Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal zwischen Görlitz und Zittau direkt an der Neiße. Ziel der 1992 gegründeten Stiftung ist die Förderung der Begegnung von Menschen ohne Unterschied des Geschlechts, des Alters, der nationalen Herkunft und der Religion. Inzwischen finden jährlich ca. 180 Veranstaltungen mit unterschiedlichen Themen statt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Umweltkommunikation liegt. Das IBZ erhielt 2002 den Innovationspreis des Freistaates Sachsen für ein Projekt der Umweltbildung ("Prima Klima") und es ist Regionalzentrum aller Umweltbildungseinrichtungen Ostsachsen im Netzwerk "Umweltbildung Sachsen". Im Abfallbereich zeichnet sich das IBZ durch eine konsequente Mülltrennung im internen Mitarbeiterbereich aus, sowie durch eine Anweisung der Zulieferer und anderer Dienstleistungspartner, abfallvermeidende Produkte zu bevorzugen. Außerdem bietet sich die Gelegenheit, etwa 20.000 Gäste jährlich zum Thema "Mülltrennung und -vermeidung" aufzuklären.
Die Galvanotechnik Baum GmbH mit etwa 160 Mitarbeitern konnte sich unter den mittelgroßen Betrieben behaupten. Durch neue Beschichtungsverfahren konnte das Unternehmen mit Standorten im Schwarzwald und in Zwönitz im sächsischen Erzgebirge seine Abfallmenge drastisch senken. So entwickelte man in der für 6 Mio. neu installierten Legierungsgestellanlage ein Verfahren, welches mit Zink-Eisen und Crom 6-freier Schwarzpassivierung sowie einer tropfenlosen Versiegelung, über die das Unternehmen über einen Gebrauchsmusterschutz verfügt, höchsten Korrosionsschutz erzielt. Eine vergleichbare dickere Tauchlackierung wird zu Teilen unnötig und die Lebensdauer der Bauteile kann um Jahrzehnte verlängert werden. Vorteile liegen u.a. speziell in der niedrigen umweltfreundlichen entfeuchteten Trocknungstemperatur und der deutlich dünneren ZnFe-Schicht (8 bis 12 µ).
Link zur Homepage von Galvanotechnik Baum GmbH
In den Beruflichen Schulen Kehl, deren Träger das Landratsamt Ortenaukreis ist, werden zur Zeit ca. 2.000 Schülerinnen und Schüler von 116 Lehrkräften unterrichtet. Die beruflichen Schulen Kehl entstanden 1992 aus der Zusammenlegung der kaufmännischen mit den gewerblich-hauswirtschaftlichen Schulen. Schon Anfang der 90er Jahre wurde ein Umweltbeauftragter benannt. Später kamen Arbeitsgruppen hinzu, die sich um Energiesparen, um Umweltthemen für den Unterricht und um Projekte kümmerten. Seit Anfang 2004 sind die Schulen EMAS-registriert. Für die erste Umwelterklärung haben sie den Deutschen Umweltreporting-Award gewonnen. Nicht erst im Rahmen von EMAS werden konkrete Maßnahmen in dem Schulkomplex ergriffen, um Abfall zur reduzieren und eine professionelle Mülltrennung durchzuführen. So wurden gelbe, grüne und graue Behälter in den Klassenräumen und im Pausenraum installiert, sowie mit Postern informiert. Um die Umweltaspekte der Schulen näher zu untersuchen, werden jährlich die verwendeten Chemikalien und toxischen Substanzen, sowie das Müllaufkommen erfasst. Durch die Sensibilisierung der Berufschülerinnen und Berufsschüler für Umweltthemen leisten die Schulen Kehl einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung und damit zu einer nachhaltigen Gesellschaftsentwicklung.
Statement in der Internetkampagne "Wir für EMAS"
Der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft am Standort Lachengraben bei Wehr ist Teil der Landkreisverwaltung Waldshut und beschäftigt derzeitig 21 Mitarbeiter. Der Landkreis umfasst 32 Städte und Gemeinden, für die nach der Einführung des Dualen Systems Wertstoffe und der Restmüll gesondert gesammelt und entsorgt oder verwertet werden. Während früher auf der etwa 22 Hektar großen Deponie brennbare und nicht brennbare Abfälle gleichermaßen entsorgt wurden, darf dort heute nur noch inertes Material abgelagert werden. Darüber hinaus erfüllt der Standort aber auch die Funktion eines Recyclinghofes und eines Umladeplatzes für Hausmüll. Auf speziell ausgewiesenen Deponiebereichen können Wertstoffe, Altholz, Grünabfälle, Altbatterien und Kühlschränke abgegeben werden. In den letzten Jahren konnte das Sickerwasser der Deponie um 30% reduziert werden. Außerdem wird das entstehende Deponiegas zu 75% energetisch verwendet.
Bei den Großunternehmen hat Siemens Medical Solutions mit 6.273 Mitarbeitern den nationalen EMAS-Award für Deutschland gewonnen. Dort hat man ein vorbildliches Recyclingverfahren für Hochleistungs-Röntgenröhren eingeführt und umgesetzt. Bei der Rücknahme von Medizingeräten verfolgt das Unternehmen seit Jahren einen konsequenten Weg: Das Produktdesign erfolgt bereits unter Recycling-Gesichtspunkten, eine Norm zur Wiederverwendung von Teilen wurde mitentwickelt, Altanlagen werden zerlegt und Teile wieder aufgearbeitet. Der Kunde erfährt in Produkterklärungen bereits alles Wesentliche über die verwendeten Materialien und das spätere Verfahren am Ende des Lebenszyklus. Basis für die Wiederverwertung von Teilen eines Röntgenstrahlers ist der weltweite Rücktransport der gebrauchten Strahler nach Erlangen. Um die sehr hohe Rücklaufquote zu erreichen, übernimmt das Unternehmen einerseits die Kostenübernahme für den Rücktransport und gewährt andererseits eine Gutschrift, die bei Kauf eines neuen Strahlers angerechnet wird.
Umweltschutz und Umweltproduktinformationen bei Siemens Medical Solution
Statement Prof. Dr. Reinhardt in der Internetkampagne "Wir für EMAS"
Der mittelständische Automobilzulieferer mit etwa 600 Beschäftigten beliefert mit Strukturteilen aus der Blechumformtechnik die internationale Automobilindustrie. Von daher liegt ein Kernbereich des Unternehmens im schonenden Umgang mit Stahl. Durch eine optimale Materialausnutzung bereits in der Planungsphase der Umformwerkzeuge anhand spezieller Software, mit der das Umformverhalten des Materials auf Werkstofffehler während der Fertigungsschritte simuliert werden kann, versucht man die Materialausnutzung optimal zu gestalten und parallel den Materialabfall/Schrottanteil möglichst zu minimieren. Durch das in Frage stellen vorhandener Produktionsprozesse ist man bemüht, eine Abfallreduzierung im Unternehmen zu erreichen. Aus diesen Überlegungen heraus entstand eine in dem Unternehmen erstmals zum Einsatz gebrachte Restbandverarbeitung. Für diese Entwicklung verlieh der Bundeswirtschaftsminister der Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH in Attendorn, bereits 2005 den Deutschen Materialeffizienzpreis. Die Kirchhoff Automotive GmbH zeigt wie in einem mittelständischen Unternehmen mit Hilfe technischer Innovationen Abfall reduziert werden kann.
Die HARTING Technologiegruppe, die in Deutschland ca. 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, besteht aus sieben Gesellschaften, die durch ihr Umwelthandbuch dazu verpflichtet sind, ihre Produktionseinrichtungen und -verfahren sowie die Verwendung von Hilfs- und Betriebsstoffen hinsichtlich des Abfallaufkommens zu bewerten. Die Bewertung umfasst Kriterien wie Vermeidbarkeit, Entsorgungsweg und Gefährlichkeit und soll bereits bei der Planung eines Produktes oder eines neuen Produktionsweges die Reduzierung des Abfalls einbeziehen. Jede Gesellschaft verfügt über eigens dafür eingerichtete ?Abfallinseln?, welche je nach Bedarf die Trennung der verschiedenen Stoffe ermöglichen. In besonderem Maße werden die Harting-Mitarbeiter in die Abfallthematik einbezogen, indem sie durch persönliche Gespräche und Schulungen über die negativen Folgen einer hohen Abfallproduktion für die Umwelt informiert und über Möglichkeiten zur Abfallvermeidung aufgeklärt werden. Außerdem tragen die Mitarbeiter dazu bei, Maßnahmen zur Abfallreduzierung und -trennung kontinuierlich zu verbessern. Anreize hierfür bietet ein Ideenmanagement, welches Optimierungsvorschläge zur Abfallreduzierung regelmäßig sammelt, auswertet und prämiert.
Die CSL Behring ist einer der weltweit führenden Hersteller von Biotherapeutika in den Anwendungsgebieten wie Gerinnungsstörungen, Immundefekte, Wundheilung sowie Intensivmedizin. CSL Behring wurde gebildet, als CSL im April 2004 Aventis Behring erwarb und mit seinem Tochterunternehmen ZLB Bioplasma zusammenschloss. Am Standort der ehemaligen traditionsreichen Behringwerke AG in Marburg beschäftigt die GmbH mehr als 1700 Mitarbeiter. Durch Abfallmanagment wurde eine Recyclingrate von über 95 % erzielt. Von Vertragspartnern wird verlangt, dass sie vergleichbare Standards einhalten.
Environmental policy CSL Behring
Aleris Recycling gehört zu Aleris International Inc. mit Sitz in Beachwood, Ohio, USA und ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Herstellung von Aluminiumwalz- und Strangpressprodukten, des Aluminiumrecyclings sowie der Herstellung von Gusslegierungen. Aleris Recycling verfügt über vier Betriebsstätten in Europa, drei davon in Deutschland, wo 465 Mitarbeiter tätig sind: Im Erftwerk (Grevenbroich) werden überwiegend Knetlegierungen verarbeitet und in den Produktionskreislauf zurückgeführt. Die Fertigung von Gusslegierungen erfolgt in den Betriebsstätten in Deizisau (Neckarwerk) bei Stuttgart, sowie in Töping (Innwerk) 80 km östlich von München. Aluminium ist wegen verschiedener Materialeigenschaften (geringer Energieaufwand, Wiederverwertbarkeit ohne Qualitätsverlust) für Recycling-Verfahren besonders geeignet. Das Erstwerk in Grevenbroich ist seit 1997 EMAS-registriert und auch an den übrigen deutschen Standorte wurden das Umweltmanagementsystem sukzessive eingeführt. Im Bereich der Alumiumschmelze hat das Unternehmen innovative Methoden entwickelt, z.B. durch das Wiedereinschmelzen von Schlacken und Krätzen, die 100%ige Wiederverwertung von Filterstäuben und erheblichen Energieeinsparungen bei der Schmelze und beim Transport von flüssigem Metall.
Das VW-Werk in Kassel, das heute ca. 13.800 Mitarbeiter beschäftigt, befindet sich innerhalb der Gemarkung Baunatal in einem ausgewiesenen Industriegebiet. Volkswagen erwarb 1957 das Gelände der ehemaligen Henschel Flugmotoren GmbH und begann bereits ein Jahr danach mit der Aufbereitung von Motoren, wenig später kamen Getriebe und andere Fahrzeugteile hinzu. Einen deutlichen Aufschwung nahm die Fabrik mit dem Beginn der Getriebefertigung 1960. Heute stellt der Standort Baunatal das Getriebeleitwerk des Volkswagen Konzerns mit ungefähr 2,7 Mio. produzierten Getrieben im Jahr dar. Am Standort existieren zudem das Original Teile Center zur Versorgung des gesamten Konzern-Vertriebnetzes, ein eigenes Presswerk und die Abgasanlagenfertigung.
Der Umweltaspekt Abfall ist für den Standort besonders in Hinblick auf ökonomische Vorteile sehr wichtig. Durch die Installation einer speziell auf die Bedürfnisse der abfallwirtschaftlichen Tätigkeiten am Standort zugeschnittenen Managementsoftware, konnte in den vergangenen Jahren das Abfallcontrolling entscheidend verbessert werden. Das Abfallmanagementsystem wird durch eine ausführliche Dokumentenstruktur unterstützt, welche die Annahme, Bereitstellung und die Entsorgung der anfallenden Abfallstoffe optimiert. So werden Prozessstandards, zentrale Arbeitsanweisungen und ein Abfalldokumentationshandbuch mit Fotodokumentation kontinuierlich verbessert. Die Dokumentation der Ladungssicherung erfolgt mittels digitaler Fotografie. Die Entsorgungswirtschaft am Standort Baunatal wird durch regelmäßig angebotene Workshops und weiterbildende Schulungen stetig optimiert.
Umwelterklärungen der Volkswagen AG
Als städtischer Betrieb der öffentlichen Energiewirtschaft beschäftigen die Stadtwerke Karlsruhe insgesamt 1.149 Mitarbeiter, die u. a. durch regelmäßige Schulungen am Abfallmanagement aktiv beteiligt werden. Die Verwertungs- und Recyclingsquote liegt bei den Stadtwerkes Karlsruhe bei 99,5%, was für die einzelnen Abfallfraktionen erläutert wird.
Ein gutes Beispiel ist das Recycling der Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen, die in Lagerboxen zentral gesammelt und von einer privaten Firma in Einzelteile zerlegt und wiederverwertet werden. Die größte Abfallfraktion der Stadtwerke, der Erdaushub und Bauschutt wird ohne Zwischenlagerung direkt der Verwertung zugeführt.
Der Anteil der Abfälle, die thermisch verwertet bzw. bis 2005 deponiert wurden, konnte seit 1989 um 93 % gesenkt werden. Durch die geschulten Mitarbeiter wurde der Abfall einerseits besser getrennt. Andererseits wurde schon beim Einkauf auf möglichst umweltfreundliches Material geachtet. Die arbeitsplatznahen Trennsysteme und die gute Erreichbarkeit des Recyclinghofes motivieren die Mitarbeiter zusätzlich. Seit der Einführung von EMAS 1995 wurden kontinuierlich Maßnahmen zur Reduzierung des Abfalls, Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter und Verbesserung des Abfallmanagements in Bezug auf Qualität, Gesundheit, Sicherheit und Umwelt durchgeführt.
Umweltschutz bei den Stadtwerken Karlsruhe
Das evangelische Lutherhaus ist ein Krankenhaus, das sich in Essen seit 1884 entwickelt hat und heute über 320 Planbetten verfügt und über 620 Mitarbeiter beschäftigt.
Auf verschiedenen Stationen werden jährlich über 30.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Ein Hauptaugenmerk der Umweltaktivitäten des Krankenhauses, das seit 2000 emas-registriert ist, liegt seit Jahren auf dem Abfallbereich. Durch eine flächendeckende Wertstofftrennung in der gesamten Klinik in fünf Fraktionen Weiß-, Buntglas, PPK (Papier, Pappe, Kartonagen), LVP (Leichtverpackungen mit dem grünen Punkt) und Restmüll konnte die Restmüllquote auf geringem Niveau konstant gehalten werden. In Spezialbereichen wie Küche, Labor, Technik wird eine weitere Separierung spezieller Materialien durchgeführt. Außerdem erfolgt eine regelmäßig Erfassung der Abfallquoten bezüglich relevanter Fraktionen. Die Ablauforganisation wird im Bereich ?Abfälle? durch diverse Verfahrens- bzw. Arbeitsanweisungen geregelt. Auch findet eine regelmäßige Information und Schulung der Mitarbeiter in Hinblick auf eine konsequente Wertstofftrennung statt.
Die Lincoln GmbH ist im Bereich der Fett-Schmiertechnik Weltmarktführer. Der Standort Lincoln Walldorf gilt mit seinen zwischenzeitlich 320 Beschäftigten als "Center of Competence" und ist für ganzheitliche Systeme, flexible Anwendungen und Sonderanfertigungen zuständig.
Fachkundige Ingenieure sind u. a. mit der Projektierung von speziellen Zentralschmieranlagen für Industrieanlagen, Maschinenbau, Nutzfahrzeuge im On- und Offroad-Bereich sowie für Windkraftanlagen beschäftigt. So ist eine Neuentwicklung von Lincoln die automatische Zahnschmierung für Windkraftanlagen.
Seit über 10 Jahren ist die Einbeziehung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Weiterentwicklung des Umweltmanagements Standard, was auch im besonderen Maße im Abfallmanagement geschieht. So sind beispielsweise Workshops und Umweltzirkel mit den Beschäftigten zur Entwicklung neuer Verpackungsmöglichkeiten und alternativer Hilfs- und Betriebsstoffe eingerichtet worden.
Gemäß einer Entscheidung der Lincoln GmbH wurden Einschränkungen in Bezug auf den Gebrauch chemischer Substanzen eingeführt.
Lincoln überwacht die Entsorgung mithilfe eines elektronischen Abfallmanagers und kann eine Verwertungsquote von über 97 % vorweisen.
Das DRK Krankenhaus Chemnitz-Rabenstein ist ein Akutkrankenhaus der Regelversorgung mit 390 Beschäftigten und einer Kapazität von insgesamt 205 stationären und 17 tagesklinischen Betten in verschiedenen spezialisierten Teilkliniken. Das Abfallmanagement des gemeinnützigen Klinikums hebt sich durch die Einbeziehung aller Personengruppen hervor, also Mitarbeiter, Patienten und Besucher. Regelmäßig finden Mitarbeiterinformationen und -fortbildungen statt. Hierdurch konnte bereits das Abfallaufkommen erheblich gesenkt werden.
Durch die Umstellung auf digitale Röntgendiagnose kann der Einsatz chemischer Substanzen eingespart werden.
Der Polstermöbelhersteller, der am Standort Taufkirchen 850 Mitarbeiter und in der Gruppe 2.300 Personen beschäftigt, formuliert Leitgedanken für seine Arbeit: Primär übernimmt der Hersteller die Produktverantwortung von der Planung des Polstermöbels bis hin zu einer späteren Wiederverwertung in Form der möglichen Erneuerung des Stoff- oder Lederbezugs bzw. der Sortenreinheit der eingesetzten Materialien. Außerdem wird im Abfallmanagement darauf geachtet, die Produktabfälle in erster Linie gering zu halten und die verwertbaren Fraktionen dem Wertstoffkreislauf zuzuführen. Ein besonderes Engagement gilt der Herstellung langlebiger und nachhaltiger Produkte: Durch eine Montagebauweise können die Möbel gut in Einzelkomponenten zerlegt, ergänzt, überarbeitet bzw. getrennt einer Verwertung zugeführt werden. Auch beim Verpackungsmaterial wird auf eine ökologisch sinnvolle Gestaltung geachtet. Sowohl beim Produktdesign als auch bei der Produktion werden Langlebigkeit als auch das Recycling berücksichtigt.
Statement Karl Sommermeyer bei "Wir für EMAS"
Die Aluminium Norf GmbH produziert seit 1967 im Industriegebiet Stüttgen der damaligen Gemeinde Norf bei Neuss am Rhein und beschäftigt heute 2.150 Mitarbeiter. Gegründet wurde die Aluminium Norf GmbH als Walzwerk für den wachsenden Aluminium-Markt in Europa. Produziert werden hochwertige warm- und kaltgewalzte Bänder aus Alumium. Die Aluminium-Norf GmbH zeichnet sich durch eine besonders energieeffiziente Trennung von Emulsionen aus. Außerdem ist dem Unternehmen gelungen, durch ein spezielles Filterverfahren die besonders überwachungsbedürftigen Abfälle um mehr als 50 % zu senken. Ein Abfallbeauftragter klassifiziert die Abfälle und führt ein Verzeichnis der anfallenden Abfälle.Besonders anschaulich dokumentiert auch eine Abfallfibel die Zielsetzungen und Aktivitäten der Abfallwirtschaft im Walzwerk.
Die Universität Bremen als Wissenschaftszentrum im Nordwesten Deutschlands ist Forschungsstätte für 1.770 Wissenschaftler/innen, Studienplatz für rund 20.000 Studierende und Arbeitsplatz für 1.250 Beschäftigte. Zu den Kernelementen Interdisziplinarität, forschendes Lernen in Projekten, Praxisorienierung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft sind neue Leitziele hinzugekommen: Internationalisierung von Forschung und Lehre, Gleichberechtigung der Geschlechter und umweltgerechtes Handeln.Bei der Bewerbung für den EMAS-Award im Abfallmanagement war das Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie federführend. Das dortige Chemielager ist eine der modernsten Einrichtungen dieser Art an deutschen Universtitäten. Daher unterstützt die Universität die Bremer Schulen beim Chemikalienmanagement und hilft bei einer entsprechenden Ausgestaltung des Unterrichtes, was in dieser Form beipielhaft ist und zur Nachahmung anregen kann.
http://www.ums.uni-bremen.deUmweltmanagementsystem der Universität Bremen