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EMAS-Infomaterial

EMAS Info herausgegeben von der UGA-Geschäftsstelle
 

Informationsreihe EMAS-Förderlandschaften - Berlin

07.02.2018 

© GS UGA – Frank Kermann
© GS UGA – Frank Kermann

Freiwilliges Umweltengagement lohnt sich und soll belohnt werden: Bereits 39 Organisationen mit 113 Standorten leisten in der Bundeshauptstadt betrieblichen Umweltschutz nach dem ambitionierten EMAS-System - vom produzierenden Gewerbe bis zur Organisation von Großveranstaltungen. Das Land Berlin fördert die Einführung von EMAS mit bis zu 75.000 Euro.


Berliner EMAS-Pioniere wie Märkisches Landbrot, Viessmann, Pharmazeutische Fabriken Dr. Kade und Dr. Gerhard Mann, Diehl Metal Applications, das Paul Hettich Werk und das Mercedes-Benz Werk wenden das europäische Umweltaudit und -managementsystem seit mindestens 20 Jahren an, um kontinuierlich ihre Umweltleistung zu verbessern.


Zu den größten Standorten mit EMAS-Registrierung gemessen an der Zahl der Beschäftigten zählen in Berlin das Mercedes-Benz Werk (ca. 2600 Beschäftigte) und das BMW Group Werk (ca. 2000 Beschäftigte). Diese konzentrieren sich im Rahmen ihres betrieblichen Umweltmanagements vor allem auf die Reduzierung von direkten Umweltauswirkungen im Herstellungsprozess in den Bereichen Energie, Emissionen, Abfall und Wasser/Abwasser.


Die kleinste Berliner EMAS-Organisation ist die Geschäftsstelle des Umweltgutachterausschusses. Mit ihren vier Beschäftigten zeigt sie, dass Umweltmanagement auch in kleinem Maßstab funktioniert. Ein Blick in die Umwelterklärung (emas.de) verdeutlicht, dass hier der Fokus auf der Reduzierung indirekter Umweltauswirkungen von Dienstreisen liegt. Die Geschäftsstelle setzt dabei auf den vermehrten Einsatz von Telefonkonferenztechnik und kompensiert nicht vermeidbare Emissionen in Klimaschutzprojekten.


Auch bei der nachhaltigen Veranstaltungsorganisation bedienen sich Organisationen vermehrt der EMAS-Systematik. Der Deutsche Evangelische Kirchentag lässt seine Großveranstaltung, die im vergangenen Jahr in Berlin stattfand, bereits seit 2007 nach EMAS registrieren. Das Bundesumweltministerium setzte beim Festival der Zukunft in 2016 und der UN-Klimakonferenz (COP23) in 2017 auf das anspruchsvolle Umweltmanagement.


Die EMAS-registrierte Besondere Orte Umweltforum Berlin GmbH betreibt mehrere permanente Veranstaltungslocations ins Berlin. Zur Verringerung indirekter Umweltauswirkungen durch den An- und Abreiseverkehr kooperiert das Unternehmen mit der Deutschen Bahn und stellt zudem jede Menge Fahrradständer zur Verfügung. Die Veranstaltungsorte werden komplett mit Ökostrom versorgt. Das Catering in den Kaffeepausen bietet zu 100 Prozent Bio-Produkte und kooperiert dabei mit ortsansässigen Bäckereien oder lässt auch mal selber backen.


Viele Bundesländer sind sich der Vorteile freiwilligen Umweltengagements bewusst und unterstützen Unternehmen und andere Organisationen bei der Einführung von Umweltmanagementsystemen, um die Einstiegshürden zu senken, die mit erhöhtem Aufwand an finanziellen und zeitlichen Ressourcen einhergehen. Die Investitionen für den Einstieg in EMAS können je nach Branche und Betriebsgröße sehr unterschiedlich ausfallen (Vgl. Kosten und Nutzen von EMAS, Studie des BMUB, 2012).


Das Land Berlin ist mit dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) auch für EMAS gut aufgestellt. Die Höhe der möglichen Förderung kann maximal 75.000 Euro betragen. Die Regelfördersätze liegen für EMAS bei 50 Prozent. Gefördert werden unter anderem:

 

  • Beratungsleistungen
  • Sachausgaben / Lizenzen / Nutzungsentgelte
  • Erstaudit bzw. Erstzertifizierung
  • Personalausgaben
  • Ausgaben für Investitionen und Sachausgaben sowie externe Schulungen im Zusammenhang mit der Einführung des Managementsystems


Zum BENE-Programm (berlin.de)


Hat ein Betrieb die Einstiegshürde genommen, so bieten sich in bestimmten Bereichen Erleichterungen an, die für einige Unternehmen durchaus weitere Anreize bieten können. Hier kann sich ein Blick in die Förderungen und Erleichterungen des Bundes lohnen. Große Unternehmen haben mit der EMAS-Registrierung ihre Energieauditpflicht nach dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) erfüllt. Auch Unternehmen, die dem Energiesteuergesetz oder dem Stromsteuergesetz unterliegen, können steuerlich entlastet werden.


Quellen: EMAS-Register, IHK Berlin, Land Berlin, UGA-Geschäftsstelle, Umwelterklärungen von BMW, Daimler, UGA-Geschäftsstelle.

 

Mehr Informationen zu EMAS in Berlin:

 

 

Weitere Informationen

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