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EMAS Info herausgegeben von der UGA-Geschäftsstelle
 

Geänderte Anhänge der EMAS-Verordnung im Überblick

29.09.2017 

In Abstimmung mit den europäischen Mitgliedstaaten hat die EU-Kommission die EMAS-Verordnung überarbeitet. Es wurden die Anhänge I bis III der Verordnung geändert, um die Kompatibilität von EMAS zu dem Umweltmanagementsystem nach der neuen ISO 14001:2015 weiterhin zu wahren und die Anwenderfreundlichkeit von EMAS zu verbessern. Die Verordnung (EU) 2017/1505 zu den Änderungen von EMAS trat am 18.09.2017 in Kraft.

Für EMAS-Organisationen ergibt sich ein geringfügiger Anpassungsbedarf, um die Änderungen der Anhänge I bis III in ihr Umweltmanagementsystem zu integrieren. Die wesentlichen Anpassungen betreffen die Umweltprüfung (Anhang I), die Anforderungen an das Umweltmanagementsystem (Anhang II) und die Umweltbetriebsprüfung (Anhang III).


Im Rahmen der Umweltprüfung sind der Kontext der Organisation, die interessierten Parteien sowie Risiken und Chancen zu bestimmen. Die Betrachtung des Lebenswegs wurde gestärkt. Die grundsätzliche Systematik der Umweltprüfung hat sich nicht geändert.


Die Anforderungen an das Umweltmanagementsystem enthalten den Normentext der aktuellen ISO 14001:2015 (Abschnitt 4 bis 10). Die Pflicht zur Benennung einer/ eines Managementbeauftragten, die unter der ISO 14001:2015 entfällt, wird unter EMAS beibehalten. Damit bleibt eine wichtige Ansprechperson erhalten. Über die Anforderungen der ISO 14001 hinaus bestehen bei EMAS weiterhin die Erfordernisse Rechtskonformität, Umweltleistungsverbesserung und Umweltberichterstattung.


In der Umweltbetriebsprüfung ist die Berichterstattung an die Leitungsebene stärker akzentuiert worden. Organisationen müssen außerdem angeben, wie sie ihre gesetzten Ziele und Maßnahmen erreichen und ihre bindenden Verpflichtungen einhalten können.


Die neuen Anforderungen sind seit dem 18.09.2017 für Begutachtungen bei erstmaligen Registrierungen und Verlängerungen der Registrierung bindend. Das bedeutet, dass sie die Prüfgrundlage für die Umweltgutachterin und den Umweltgutachter darstellen, wenn im Rahmen der erstmaligen Registrierung oder Verlängerung der Registrierung eine Begutachtung stattfindet.

 

Mit den Regelungen wird eine Kohärenz mit dem Auslaufen der Übergangsregelungen der ISO 14001:2015 am 14.09.2018 erreicht. Zertifizierungen nach ISO 14001:2004 sowie EMAS-Registrierungen, die sich auf die ISO 14001:2004 stützen, verlieren am 14.09.2018 ihre Gültigkeit.

 

Die geänderten Anhänge sind im Rechtsinformationssystem der Europäischen Union EUR-Lex unter dem Titel Verordnung (EU) 2017/1505 veröffentlicht. Ausführlichere Informationen zu den Neuerungen und Übergangsfristen bietet ein englischsprachiges Infoblatt der Europäischen Kommission (Download PDF).


Eine Broschüre, die den EMAS-Organisationen die wesentlichen Änderungen für ihr Umweltmanagementsystem darstellt, veröffentlichen Umweltbundesamt und Umweltgutachterausschuss gemeinsam voraussichtlich Anfang Oktober 2017.

 

Weitere Informationen:
Pressemitteilung des UGA zur Annahme der Änderungen der EMAS-Verordnung
Artikel zur Veröffentlichung der EMAS-Anhänge des EMAS-Helpdesk
Artikel zur Modernisierung der EMAS-Verordnung auf der Seite des Bundesumweltministeriums
Artikel zur Weiterentwicklung von EMAS auf der Seite des Umweltbundesamtes
Meldung zur Weiterentwicklung von EMAS auf emas.de