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EMAS Info herausgegeben von der UGA-Geschäftsstelle
 

EMAS-Organisationen sind für CSR-Berichtspflicht gut aufgestellt

20.09.2017 

© GS UGA – Frank Kermann
© GS UGA – Frank Kermann

Am 10. März 2017 verabschiedete der Bundestag das Umsetzungsgesetz für die CSR-Richtlinie mit dem die Transparenz der Sozial- und Umweltberichterstattung der großen Unternehmen auf ein vergleichbar hohes Niveau angehoben werden soll. Das Gesetz stärkt die nichtfinanzielle Berichterstattung bestimmter Unternehmen in ihren Lageberichten. Rückwirkend zum 1. Januar 2017 tritt das Gesetz in Deutschland in Kraft, das mit einer Leitlinie der Kommission konkretisiert wurde. EMAS ist ein Rahmenwerk auf das sich die Unternehmen bei der Bereitstellung der Informationen stützen können.


Mit der EU-weiten CSR-Berichtspflicht soll ein nachhaltigeres und verantwortungsbewussteres Handeln gefördert werden. Seit diesem Geschäftsjahr sind die genannten Unternehmen verpflichtet über ihre Umweltbelange, soziale und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte, sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung Rechenschaft abzulegen. Betroffen sind alle Kapitalgesellschaften und kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, sowie Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen, die im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, eine Bilanzsumme von 20 Mio. Euro oder Umsatzerlöse von 40 Mio. Euro überschreiten.


Welches Format die Unternehmen für die nichtfinanzielle Erklärung wählen, ist ihnen selbst überlassen. Bei der Bereitstellung dieser Informationen können sich die großen Unternehmen, die dieser Richtlinie unterliegen, auf nationale, unionsbasierte oder internationale Rahmenwerke stützen. Das Umweltmanagement- und -betriebsprüfungssystem EMAS ist genauso anerkannt wie beispielsweise der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), der UN Global Compact, die OECD-Leitprinzipien oder die ISO 26000.


Am 05.07.2017 hat die EU-Kommission mit ihren Leitlinien für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen (2017/C 215/01) eine Umsetzungshilfe verabschiedet. Die unverbindliche Leitlinie enthält Methoden für die Offenlegung relevanter, zweckdienlicher und vergleichbarer nichtfinanzieller Informationen. Die EMAS-Verordnung wurde für die Ausarbeitung der Leitlinie untersucht. Die Umweltprüfung nach EMAS (Anhang I) ist für die Wesentlichkeitsprüfung für interne und externe Faktoren anerkannt. Für die Bewertung der sektorspezifischen Aspekte sind die sektorspezifischen Referenzdokumenten der EMAS-Verordnung benannt.


Für das sogenannte „CSR-Gesetz“ sind EMAS-registrierte Unternehmen bereits gut aufgestellt, selbst wenn sie aufgrund ihrer Größe oder ihres Umsatzes nicht direkt berichten müssen. Denn wenn unmittelbar betroffene Unternehmen Informationen entlang ihrer Lieferkette einfordern, wird die Berichtspflicht auch für deren Zulieferer und Dienstleister  - vorrangig kleine und mittlere Unternehmen  - relevant.  EMAS-registrierte Unternehmen kennen die Umweltleistungen ihrer Produkte und Dienstleistungen und können mit ihrer Umwelterklärung darauf verweisen.

 

Weitere Informationen:
Webseite des deutschen Bundestages zur CSR-Berichtspflicht
Infoblatt „EMAS und nachhaltiges Wirtschaften“