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Beherbergung: Vergabekriterien des EU-Ecolabels berücksichtigen EMAS

19.05.2017 

EU Ecolabel
© EU-Ecolabel 2017 - RALgGmbH

Am 2. Februar 2017 veröffentlichte die EU-Kommission die überarbeiteten Vergabekriterien des EU-Ecolabels für Beherbergungsbetriebe. Die Neuerungen vereinfachen Betrieben, die bereits ein Umweltmanagementsystem - wie EMAS oder ISO 14001 implementiert haben - den Antragsprozess für das europäische Umweltsiegel.

Hinzugekommen in der überarbeiteten Fassung ist ein Kriterium, das die Grundlagen für Umweltmanagementsysteme fordert. Konkret müssen Betriebe ein Umweltkonzept vorlegen und ihre relevanten Umweltaspekte benennen. Diese müssen mit Umweltzielen hinterlegt, in einem Aktionsprogramm beschrieben und mindestens einmal im Jahr intern bewertet werden. EMAS-registrierte bzw. ISO-14001-zertifizierte Betriebe erfüllen dieses obligatorische Kriterium bereits und können dies bei der Prüfung durch ihre Registrierung bzw. das Zertifikat nachweisen.

Vergeben wird das EU-Umweltzeichen, wenn der Antragsteller alle 22 obligatorischen und mindestens 20 der insgesamt 45 fakultativen Kriterien erfüllt. EMAS-Betriebe erhalten für ihr freiwilliges Umweltengagement bei den fakultativ zu erfüllenden Kriterien statt bislang drei nun fünf Punkte. Betriebe, die nach ISO 14001 zertifiziert sind, erhalten drei statt bislang zwei Punkte. Mit den angepassten Vergabekriterien werden die Umweltleistungen der Lieferkette von Produkten und Dienstleistungen stärker berücksichtigt. So können Betriebe, die mit mindestens zwei wichtigen - statt bislang einem - EMAS-registrierten Lieferanten zusammenarbeiten und die darüber hinaus nicht weiter als 160 km entfernt sitzen, weitere fünf Punkte bekommen. Drei Punkte erhalten Betriebe, die mit ISO 14001 zertifizierten Lieferanten zusammenarbeiten. Generell werden Informationen - beispielsweise aus bestehenden Umwelterklärungen - als Nachweise im Antragsprozess anerkannt. Bislang empfahl die Kommission lediglich deren Berücksichtigung. Die ehemals separaten Produktgruppen „Beherbergungsbetriebe“ und „Campingdienste“ wurden in der überarbeiteten Fassung zu der Produktgruppe „Beherbergungsdienste“ zusammengefasst.


Beherbergungsbetriebe, wie beispielsweise Hotels, Pensionen und Campingplätze können das EU-Ecolabel bei ihrer zuständigen nationalen Stelle, dem sogenannten Competent Body, beantragen. Für Deutschland ist das die RAL gGmbH. Ziel der "Euroblume" ist es, europaweit einheitlich umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen zu kennzeichnen mit besonderem Augenmerk auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. Das EU-Ecolabel, wurde 1992 ins Leben gerufen. 1993 gab es die ersten Kriterienkataloge für zwei Produktarten, inzwischen gibt es über 30 und stetig kommen weitere hinzu.

 

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