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Erste umweltfreundliche Weltklimakonferenz Bonn (COP23) mit EMAS

07.11.2017 

Eröffnung der COP 23. © BMUB/Sascha Hilgers

Vom 06.11. bis 17.11.2017 ist Deutschland Gastgeber für die in Bonn unter der Präsidentschaft der Republik Fidji laufenden 23. UN-Weltklimakonferenz (COP 23). Zu der größten zwischenstaatlichen Konferenz, die es je in Deutschland gegeben hat, werden 25.000 Teilnehmende aus fast 200 Ländern erwartet. Mit dem Ziel, die Umweltauswirkungen der Großveranstaltung so gering wie möglich zu halten, setzt das Bundesumweltministerium als Veranstalter auf das EMAS-Umweltmanagementsystem.


Am Montag, den 6. November 2017, startete die 23. Weltklimakonferenz in Bonn, dem Sitz des UN-Klimasekretariats. Bis zum 17. November verhandeln Delegationen aus fast 200 Staaten über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Die Präsidentschaft liegt bei den Fidschi-Inseln, die vom Klimawandel mit am stärksten betroffen sind. Ein Meilenstein von Paris lag in der Einführung des Prinzips der freiwilligen Selbstverpflichtung, bei der die beteiligten Staaten selbst bestimmen, welche Maßnahmen sie für den Klimaschutz ergreifen. An das UN-Klimasekretariat gemeldet, werden die Ziele überprüft und der Gesamtklimanutzen ermittelt.


Zu dem Prinzip der freiwilligen Selbstverpflichtungen der Staatengemeinschaft für den Klimaschutz passt sehr gut das freiwillige Umweltmanagement- und Auditsystem EMAS ( = Eco-Management and Audit Scheme). Unter EMAS sind verpflichtend eine Umweltpolitik zu formulieren, die den Rahmen setzt für selbstgesteckte Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltleistung, deren erfolgreiche Umsetzung extern von Umweltgutachter*innen überprüft wird. Im Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsstrategie des UN-Klimasekretariats und unter den Bemühungen des BMUB sowie der Stadt Bonn führt die Konferenzorganisation der COP 23 ein Umweltmanagementsystem nach EMAS ein. Mit der EMAS-Registrierung der elftägigen Großveranstaltung ist diese nachweislich umweltfreundlich. Alle wesentlichen Umweltaspekte der Konferenz werden systematisch erfasst, um Maßnahmen zur Verringerung der Umweltauswirkungen abzuleiten. Mit der Organisation und Durchführung der Konferenz sollen so wenige Treibhausgase wie möglich entstehen. Nicht zu verhindernde Emissionen werden in Klimaschutzprojekten kompensiert.


Das Ausmaß der Umweltauswirkungen zeigt sich spätestens bei der Anreise und Unterbringung tausender Delegierter aus der ganzen Welt. Um hier ein Zeichen zu setzen reisten die Berliner Delegierten am Wochenende in einem mit Ökostrom betriebenen Sonderzug der Bahn an. „Wir wollen in Bonn den weltweiten Klimaschutz voranbringen und an der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens arbeiten. Aber wir wollen auch mit der Organisation der Konferenz selbst Maßstäbe in Sachen Umweltfreundlichkeit setzen. Die Anfahrt mit dem klimaneutralen Sonderzug ist da ein passender Auftakt", erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Weitere Einsparungen im Bereich der Mobilität werden durch Elektro-Shuttlebusse, sowie durch kostenfreie Mietangebote von elektrisch betriebenen Green Shuttle Fahrzeugen und Leihfahrrädern für die Delegierten geschaffen.

 

Ressourcenschonend ist die Konferenz durch den überwiegenden Einsatz von wiederverwertbaren Materialien. Teilnehmende erhalten Trinkflaschen aus recyceltem Material und können sich während der Konferenz an den Wasserspendern mit Bonner Wasser versorgen. Damit soll der Einsatz von Einwegbechern vermieden werden. Das UN-Klimasekretariat und die Bundesregierung als technischer Gastgeber verzichten weitestgehend auf gedruckte Publikationen und Materialien, die durch digitale Dokumente ersetzt werden, mit dem Ziel, den Papierverbrauch so gering wie möglich zu halten. Der Einsatz von Recyclingmaterialien soll das Abfallaufkommen verringern.


Beim Catering wird überwiegend vegetarisches Essen angeboten, mindestens die Hälfte der Speisen sind Bioprodukte. Lebensmittelabfälle werden so weit wie möglich vermieden.
Die Umweltleistungsverbesserungen und der CO2-Fußabdruck werden dokumentiert. Der Umweltgutachter Thorsten Grantner und sein Team überprüfen vor Ort die Umsetzung und Einhaltung des Systems. Um Transparenz sicher zu stellen, werden die Umweltziele und -maßnahmen in einer Umwelterklärung öffentlich einsehbar, die der Umweltgutachter vor Ort validiert. Mit der anschließenden Registrierung der Konferenz durch die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer wird die Veranstaltung in das öffentliche EMAS-Register eingetragen.


Einen entscheidenden Faktor für den Erfolg dieser Maßnahmen stellen jedoch die beteiligten Beschäftigten, Auftragnehmer und Delegierten mit ihrem umweltbewussten Verhalten dar. Auch hier setzt EMAS an, in dem diese Stakeholder von Beginn an durch interne und externe Kommunikation in das Umweltmanagement einbezogen werden. Mit einem Erklärfilm zum Umweltmanagement der Veranstaltung bindet das Bundesumweltministerium die Stakeholdern mit ein.


Zum EMAS-Erklärfilm auf der Weltklimakonferenz: youtu.be/0u40vyklrtY

 

Weitere Informationen

 

Eine umweltfreundliche Weltklimakonferenz

Ein Erklärfilm des Bundesumweltministeriums zeigt am Beispiel der UN-Klimakonferenz in Bonn (COP23), dass EMAS ein geeignetes Instrument ist, um Veranstaltungen nachweislich umweltfreundlich auszurichten. (© BMUB 2017)