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Notwendig und machbar - Umweltmanagement in der Landwirtschaft

03.03.2017 

© GS UGA - Frank Kermann
© GS UGA - Frank Kermann

Wie Landwirtschaft einen konstruktiven Beitrag in Umweltfragen und Fragen der Nachhaltigkeit leisten kann, zeigte ein Fachaustausch in Bakenhus (Niedersachsen). Im Rahmen der Veranstaltung wurde die EMAS-Urkunde an fünf Landwirte des Unternehmens Hammrich Gas GmbH & Co. KG überreicht.


Stickstoffeinträge in Böden und Wasserkreisläufe stellen eine von vielen Umweltauswirkungen in der Landwirtschaft dar. Um den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) mit Energie zu beliefern, verpflichtete sich die Hammrich Gas GmbH & Co. KG in einer 'Landwirtschaftlichen Vereinbarung' zur Einführung von EMAS. Im Rahmen der EMAS-Urkundenübergabe für die erfolgreiche Validierung und Registrierung nahmen rund 20 Agrarfachleute an einem Fachaustausch teil, um die Ergebnisse des Projekts zu diskutieren.


Prof. Kurt-Jürgen Hülsbergen von der TU München zeigte in seinem Vortrag, wie durch das von ihm entwickelte Modell REPRO die ökologische Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft auf Betriebsebene analysiert und bewertet werden kann. Von 2008 bis 2016 wurden bei Riepe (Niedersachsen) landwirtschaftliche Flächen (insgesamt ca. 563 ha) von fünf teilnehmenden Landwirtschaftsbetrieben auf ihre Stoff- und Energieflüsse bilanziert. Die Landwirtschaftsbetriebe sind Gesellschafter und Substratzulieferer für die Biogasanlage Hammrich Gas GmbH & Co. KG, die ihre Wärme für die Klärschlammtrocknung des OOWV nutzt.


Als Fazit stellten die Beteiligten fest, dass die vom OOWV in einer „Landwirtschaftlichen Vereinbarung“, die festgelegten Kriterien eingehalten werden konnten. Dies beinhaltete insbesondere die Durchführung einer EMAS-Validierung und die Reduzierung der Stickstoffsalden. Wie dies im Einzelnen erreicht wurde, diskutierten die Teilnehmenden offen, kritisch und konstruktiv. Die am Projekt teilnehmenden Landwirte hatten in diesem Zusammenhang ihr gesamtes Bewirtschaftungskonzept umstellen und neu justieren müssen. Grundlage für die neue Ausrichtung bildete die Bewertung REPRO, die für EMAS, das freiwillige Umweltmanagement- und Auditsystem nach der europäischen EMAS-Verordnung (EG) Nr. 1221/2009, und für die Biogasanlage notwendig war.


Aktuelle Weiterentwicklungen von REPRO zu einem "Big Data-Werkzeug" vorstellend, gab Prof. Hülsbergen einen Ausblick auf die Zukunft der Landwirtschaft.


Dr. Johannes große Beilage vom OOWV würdigte das Engagement der fünf teilnehmenden Landwirte, die mithilfe des EMAS-Systems unter Einbeziehung des REPRO-Modells ihre Umweltleistungen verbessern konnten.


„Es ist ein außergewöhnliches und ermutigendes Projekt, das zeigt, dass man Landwirten EMAS und REPRO fachlich zumuten kann. Das Vorgehen des OOWV mit der 'Landwirtschaftlichen Vereinbarung' sollte Schule machen und nach Brüssel gemeldet werden, damit die EU-Agrarpolitik von den Signalen aus Bakenhus erfährt.“, lobte Edmund A. Spindler, Agrarumweltexperte aus Hamm/Westf. und Teilnehmer am Treffen, die erfreulichen Ergebnisse des Fachgesprächs.

 

Weitere Informationen:

Praxisleitfaden zur Beständigen Verbesserung der Umweltleistungen von Landwirtschaftsbetrieben