Meldungen

EMAS-Infomaterial

EMAS Info herausgegeben von der UGA-Geschäftsstelle
 

Mit Energie-Scouts auf Suche nach Potentialen für den Umweltschutz

03.03.2017 

© GS UGA - Frank Kermann
© GS UGA - Frank Kermann

In ganz Deutschland fahnden entsprechend geschulte Azubis nach Stromfressern und anderen Effizienzpotenzialen in ihren Ausbildungsbetrieben. Industrie- und Handelskammern von Flensburg bis zum Bodensee haben bereits 3.500 Auszubildende aus über 1.000 Unternehmen als Energie-Scouts geschult. Mit den neu vorgestellten Modulen für Ressourceneffizienz und betriebliche Mobilität passen die Energie-Scouts noch besser zu einem Umweltmanagement nach EMAS.


Seit 2014 bietet die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz die Qualifizierung in Zusammenarbeit mit inzwischen 55 IHKs an. Unter den teilnehmenden Unternehmen ist ein breiter Querschnitt an Branchen vertreten, sowohl produzierendes Gewerbe als auch Handel, Logistik und Dienstleistungsunternehmen beteiligen sich. Die Auszubildenden kommen aus technischen oder kaufmännischen Ausbildungsberufen und arbeiten in Teams zusammen.


Die Azubis erfahren bei ihrer IHK, wie man Energieverbräuche bewertet; sie machen sich mit Querschnittstechnologien vertraut, lernen Grundzüge der Projektarbeit und der innerbetrieblichen Kommunikation kennen, üben den Einsatz von Messgeräten und das Auswerten von Messdaten. Auf dieser Grundlage entwickeln sie ein eigenes Energieeffizienzprojekt zur Einsparung von Energie und Energiekosten in ihrem Ausbildungsbetrieb.


Ein besonders erfolgreicher Einsatz der Energie-Scouts wurde im Januar 2017 als Best-Practice des Monats auf der Internetseite der Mittelstandsinitiative vorgestellt: Die beiden Energie-Scouts der Paul Hettich GmbH & Co. KG haben am EMAS-registrierten Standort in Kirchlengern eine Pulverbeschichtungsanlage auf mögliche Verbesserungspotentiale untersucht. Durch das Abstellen von Hilfskomponenten in Produktionslücken werden nun Energie- und Wartungskosten in Höhe von 50.000 Euro und die Emission von fast 100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart – bei einem Einsatz von Materialkosten in Höhe von 324 Euro und 65 Arbeitsstunden.


Seit 2017 enthält die Qualifizierung zwei neue Module zu den Themen Ressourceneffizienz und betriebliche Mobilität. Mit Hilfe der Energie-Scouts lassen sich so beachtliche Einsparungen realisieren – beim betrieblichen Stromverbrauch, aber etwa auch beim Einsatz von Wasser oder Papier.


Das Projektbüro der Mittelstandsinitiative im DIHK koordiniert die bundesweiten Aktivitäten. Das Konzept der Qualifizierung wurde in Zusammenarbeit mit dem Klimaschutz-Unternehmen ebm-papst entwickelt, das bereits mehrere Generationen von Energie-Scouts qualifiziert und mit ihrer Hilfe bisher insgesamt Einsparungen von ca. 1.000.000 Euro realisiert hat.


Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bundesumweltministerium, Bundeswirtschaftsministerium, DIHK und ZDH. Die Initiative unterstützt vor allem kleine und mittelständische Unternehmen aus Handel, Handwerk und Gewerbe dabei, Einsparpotenziale beim Energieverbrauch zu identifizieren und Effizienzmaßnahmen umzusetzen.

Website der Mittelstandsinitiative mittelstand-energiewende.de

Informationen zu den innovativen Praxisprojekten der Energie-Scouts finden sich hier
mittelstand-energiewende.de/unsere-angebote/best-practice-des-monats/