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Leitfaden Global EMAS und Liste der Referenzdokumente

20. Dezember 2011 

Die EU Kommission hat einen Leitfaden beschlossen und veröffentlicht, der EU-Sammelregistrierungen, Drittlandregistrierungen und weltweite Registrierungen nach der EMAS Verordnung regelt. Ebenfalls im Amtsblatt veröffentlicht wurde eine Prioritätenliste zu den künftigen branchenspezifischen Referenzdokumenten.

Leitfaden "Global EMAS"

Für an EMAS teilnehmende Unternehmen oder Organisationen, die Standorte in einem oder mehreren Mitgliedstaaten gemeinsam registrieren lassen wollen oder Standorte in Ländern außerhalb der EU und dem Europäischen Wirtschaftsraum haben (sog. Drittländern), enthält der Leitfaden wichtige Vorgaben und Informationen zur Registrierung nach EMAS. Der Leitfaden wendet sich auch an die Registrierungs- und Zulassungsstellen sowie Umweltgutachterinnen und Umweltgutachter. Der Umweltgutachterausschuss war bei der Erarbeitung des Leitfadens für das Bundesumweltministerium beratend tätig.

 

Es werden die folgenden drei Situationen unterschieden:

  • Situation 1:
    Registrierung von Organisationen mit Standorten in mehr als einem EU-Mitgliedstaat (EU-Sammelregistrierung)
  • Situation 2:
    Registrierung von Organisationen mit einem oder mehreren Standorten in Drittländern (Drittlandregistrierung)
  • Situation 3:
    Registrierung von Organisationen mit Standorten sowohl in EU-Mitgliedstaaten als auch in Drittländern (weltweite Registrierung)

 

Dabei befasst sich der Leitfaden mit folgenden Themen:

  • Bestimmung der zuständigen Stelle für die Registrierung
  • Akkreditierung oder Zulassung von Umweltgutachtern, die ihre Tätigkeit außerhalb der EU ausüben
  • Koordinierung dieser Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten
  • Einhaltung von Rechtsvorschriften in Drittländern
  • Verlängerung, Streichung und Aussetzung von Sammelregistrierungen

 

Branchenspezifische Referenzdokumente

Eine der wesentlichen Neuerungen der EMAS-Verordnung, ist Artikel 46: die von der Kommission in Absprache mit den Mitgliedstaaten zu erarbeitenden branchenspezifischen Referenzdokumente. Diese sollen bewährte Umweltmanagementpraktiken ebenso umfassen wie branchenspezifische Umweltleistungsindikatoren sowie erforderlichenfalls Leistungsrichtwerte und Systeme zur Bewertung des Umweltleistungsniveaus.

Inzwischen hat die Kommission eine Prioritätenliste veröffentlicht, die einen Überblick gibt, welche branchenspezifischen Referenzdokumente vorrangig erstellt werden sollen. Hier können Sie die den Arbeitsplan herunter laden.

 

Bereits fortgeschritten ist die Bearbeitung der Referenzdokumente für vier Branchen:

  • Einzelhandel
  • Tourismus
  • Bauindustrie
  • öffentliche Verwaltung

 

Als nächstes sollen folgen:

  • Landwirtschaft - pflanzliche und tierische Erzeugung
  • Herstellung elektronischer und elektrischer Geräte
  • Pkw-Herstellung
  • Herstellung von Metallerzeugnissen mit Ausnahme von Maschinen und Geräten
  • Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung
  • Abfallbewirtschaftung
  • Telekommunikation

 

Auf der Internetseite des IPTS finden Sie den aktuellen Stand der Referenzdokumente und weitere Informationen.

 

Die branchenspezifischen Referenzdokumente werden im Auftrag der EU-Kommission vom Institute for Prospective Technological Studies (IPTS) in Sevilla erarbeitet. Dies ist ein offener Prozess an dem sich alle Interessierten beteiligen können. Für Informationen zur Beteiligung an dem Arbeitsprozess kontaktieren Sie uns bitte: info@uga.de.

 

Weitere Informationen zur EMAS-Verordnung finden Sie hier.